Nachdem ich jahrelang mit einem MacBook Pro gearbeitet hatte, nutzte ich in den vergangenen Monaten das Dell XPS 14. Viele Kolleginnen und Kollegen schwärmen von diesem Modell – ich wollte daher herausfinden, ob die Rückkehr der XPS-Reihe den Enthusiasmus wirklich rechtfertigt. Meine Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern übertroffen.
2025 war Dell ein riskantes Wagnis eingegangen: Die XPS-Serie wurde zugunsten einer allgemeinen Produktnomenklatur mit den Familien Dell, Dell Pro und Dell Pro Max eingestellt. Jede davon war jeweils als Standard-, Plus- und Premium-Variante erhältlich. Presse und langjährige Kundschaft verstanden diese Entscheidung kaum, denn das Kürzel XPS stand seit Jahren für Dells beste Premium-Ultraportables.
Ein Jahr später kehrte der Name XPS auf der CES 2026 zurück. Die neue Generation kam zunächst in den USA und anschließend in Europa in den Handel. Zum Neustart setzt Dell auf ein komplett neues Gehäuse, ein überarbeitetes Kühlsystem und die aktuellen Intel-Panther-Lake-Prozessoren.
Damit will Dell der Baureihe wieder ihren früheren Stellenwert gegenüber zunehmend starken Windows-Konkurrenten und vor allem Apple verschaffen. Um zu prüfen, ob dieses Comeback verdient ist, habe ich das Dell XPS 14 mehrere Monate lang in der Redaktion anstelle meines bewährten MacBook Pro M4 eingesetzt.
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Ein vollständig neu entwickeltes Gehäuse
Dell gelingt es, einen ähnlichen Wow-Effekt wie Apple hervorzurufen. Schon beim Öffnen der Verpackung wird klar: Das XPS 14 ist ein ausgesprochen hochwertiges Gerät. Das neue, aus einem anthrazitfarbenen Aluminiumblock gefertigte Gehäuse ohne abgeschrägte Kanten vermittelt eine Robustheit und Geschlossenheit, die den Vorgängermodellen fehlte.
Mit 30,9 × 20,9 cm, einer Bauhöhe von rund 1,5 cm und einem Gewicht von 1,36 kg bewegt sich das Notebook im oberen Mittelfeld der diesjährigen 14-Zoll-Ultraportables. Bei der Verarbeitung gibt es hingegen nichts auszusetzen.
Gleichzeitig greift Dell optische Merkmale des XPS 13 Plus von 2022 auf: ein beinahe unsichtbares haptisches Touchpad, dessen Umrisse nun endlich etwas deutlicher erkennbar sind, eine Handballenauflage aus Glas und eine Tastatur mit bündig nebeneinanderliegenden Tasten ohne sichtbare Zwischenräume. Das Design des Dell XPS 14 ist schlichtweg beeindruckend.
Was mir gefallen hat
Ein Design, das (fast) alle früheren Schwächen beseitigt
Stammkunden der XPS-Reihe werden eine wesentliche Änderung am Gerät bemerkt haben. Dell verabschiedet sich endlich von der Touch-Leiste oberhalb der Tastatur und setzt wieder auf physische Funktionstasten. Auch die Esc-Taste ist erneut mechanisch ausgeführt. Damit reagiert Dell auf die Kritik von Nutzern, die sich im Alltag über die unpraktischen Touch-Bedienelemente geärgert hatten.
Auch das großzügige, angenehm bedienbare haptische Touchpad arbeitet präziser als bei den vorherigen Generationen, wenngleich versehentliche Klicks noch verbessert werden könnten. Dell hat zudem an die Ergonomie beim Öffnen gedacht: Obwohl eine Aussparung fehlt, lässt sich der Deckel dank der Gewichtsverteilung zwischen Display und Unterteil mit einer Hand öffnen, ohne das Gerät mit der anderen festhalten zu müssen.
Um ein derart minimalistisches Notebook umzusetzen, musste Dell das gesamte Wärmeableitungssystem neu gestalten. Zwei Lüfter und zwei Heatpipes, die intern bei der Marke „Longhorn“ heißen, rahmen den Panther-Lake-Prozessor ein. Diese Konstruktion verbessert sowohl die Wärmeabfuhr als auch die Geräuschentwicklung der Lüfter.
Darüber hinaus hat der Hersteller sechs Lautsprecher rund um das Touchpad und die Handballenauflagen versteckt. Sie liefern für ein derart kompaktes Format einen vollen Klang mit deutlich wahrnehmbaren Bässen. Die 1080p-Webcam mit 8 Megapixeln schlägt sich bei Tageslicht ordentlich, allerdings wird Bildrauschen sichtbar, sobald die Lichtverhältnisse schlechter werden.
Eine weitere positive Überraschung wartet unter der Bodenplatte: Die M.2-2280-SSD lässt sich austauschen, die USB-C-Anschlüsse sind verschraubt statt verlötet und können bei einem Defekt somit ersetzt werden. Auch Akku und Lautsprecher sind nach dem Lösen weniger Torx-T5-Schrauben erreichbar.
Ein solches Engagement für die Reparierbarkeit ist in dieser Preisklasse deutlich seltener anzutreffen, auch wenn der Arbeitsspeicher weiterhin auf dem Mainboard verlötet bleibt.
Wie unschwer zu erkennen ist, hat mich das Design des XPS 14 enorm begeistert. Ich empfinde es sogar als erheblich attraktiver als mein treues MacBook, dessen Gestaltung inzwischen merklich in die Jahre gekommen ist.
Die Tastatur, mein persönliches Highlight
Bei diesem Punkt weicht meine Einschätzung womöglich am stärksten von vielen anderen Berichten ab: Ich habe ausgesprochen gern auf der Tastatur des XPS 14 geschrieben. Ihre großen, leicht gewölbten und lückenlos aneinanderliegenden Tasten lassen sie ultramodern, beinahe futuristisch wirken. Noch mehr überzeugt jedoch das Tippgefühl. Der Anschlag federt sanft zurück, der Tastenhub fällt großzügiger aus, als es zunächst scheint, und die leicht gummiartige Oberfläche sorgt für sehr leise Schreibsessions.
Einige Kollegen erklärten mir dagegen, dass ihnen die Tastenanordnung nicht zusage und sie, ich zitiere, „zu einer Vielzahl von Tippfehlern verleitet“ habe. Vielleicht habe ich diesen Nachteil weniger stark gespürt, weil ich schon früh das Zehnfingersystem gelernt habe – noch bevor es Mobiltelefone gab, was einiges aussagt. Fest steht jedenfalls: Zu einer anderen Tastatur zurückzukehren, nervt mich inzwischen gewaltig.
Ein Grafikchip mit beeindruckender Leistung
Der Intel Core Ultra X7 358H mit Panther-Lake-Architektur integriert einen Arc-B390-Grafikchip, der für ein Ultraportable erstaunlich leistungsfähig ist. Sowohl bei Spielen als auch bei kreativen Aufgaben wie Videoschnitt und Bildbearbeitung arbeitet er souverän und kann aktuelle Titel in Full HD+ mit einem für diese Geräteklasse überraschend angenehmen Spielgefühl darstellen.
Ein anspruchsvolles Action-Adventure erreicht bei hohen Einstellungen etwa 49 Bilder pro Sekunde, während ein deutlich fordernderes Open-World-Spiel Spitzenwerte von 42 Bildern pro Sekunde problemlos verkraftet. Das ist zweifellos eines der stärksten technischen Argumente des XPS 14 gegenüber der Konkurrenz. Obwohl das Gerät in erster Linie für die Arbeit gedacht ist, eignet es sich damit auch hervorragend als kompakter Gaming-PC für zwischendurch.
Zudem wird das XPS 14 nahezu nie so warm, dass es auf den Oberschenkeln oder unter den Handgelenken unangenehm würde. Selbst bei mehrstündigem Videoschnitt oder langen Spielesitzungen sind die Lüfter nur gelegentlich hörbar. Und auch dann bleiben sie dezent. Möglich wird dies durch die Energieeffizienz der Panther-Lake-Chips in Verbindung mit dem bereits erwähnten Doppellüftersystem.
Eine Akkulaufzeit, die wirklich überzeugt
Je nach verwendeter Ausführung fällt die Akkulaufzeit unterschiedlich aus. OLED-Modelle schaffen bis zu 17 Stunden Videowiedergabe und 12 Stunden bei gemischter Nutzung. Die LCD-Version übertrifft sogar 40 Stunden. Bei einem klassischen beruflichen Einsatz entspricht das beinahe einer Arbeitswoche ohne Nachladen. Eine bemerkenswerte Leistung, die bislang nur MacBooks mit Apple-Silicon-Chips boten.
Die Intel-Panther-Lake-Architektur und die Optimierungsarbeit der Dell-Ingenieure harmonieren also hervorragend. Im Alltag konnte ich gegenüber meinem MacBook Pro M4 keinerlei Unterschied feststellen. Zum ersten Mal in meinem Berufsleben konnte ich deshalb einen Windows-Laptop im Rucksack oder auf Reisen ohne Ladegerät mitnehmen, ohne mir darüber Gedanken machen zu müssen.
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Was mir weniger gefallen hat
Ausschließlich USB-C bleibt eine problematische Entscheidung
Trotz seiner Bauhöhe von 1,5 cm und des vorhandenen Platzes im Gehäuse beschränkt Dell sich auf drei USB-C-Thunderbolt-4-Anschlüsse und einen Klinkenanschluss. Weder HDMI noch USB-A oder ein SD-Kartenleser sind vorhanden, obwohl Wettbewerber einige dieser Anschlüsse auf ihren neuesten Modellen gerade wieder integrieren.
Für mobiles Arbeiten empfehle ich daher, stets einen Adapter im Rucksack zu haben oder einen Dockingstation auf dem Schreibtisch bereitzuhalten.
Durchschnittliche CPU-Leistung
Dell hat sich offenbar für Komfort statt für maximale Rechenleistung entschieden. Bei intensiver Mehrkernnutzung liegt der Core Ultra X7 358H im XPS 14 hinter anderen Geräten zurück, die denselben Chip und ein vergleichbares Kühlsystem verwenden. Je nach Anwendung habe ich den Leistungsunterschied auf 15-20 % geschätzt.
Die Single-Core-Leistung bewegt sich dagegen im Durchschnitt. Dieser Kompromiss reduziert Hitzeentwicklung und thermisches Drosseln (Throttling) sowie die Lautstärke, verlangsamt jedoch bestimmte Aufgaben. Videoexporte benötigen beispielsweise etwas mehr Zeit. Angesichts der vielen übrigen Stärken des Geräts ist das für mich kein Ausschlusskriterium, sollte aber für Nutzer erwähnt werden, die Leistung über alles andere stellen.
Preis des Dell XPS 14 (2026)
Das Dell XPS 14 beginnt bei 1.849 € mit Full-HD+-Display, Core Ultra 5, 16 GB RAM und 512 GB SSD-Speicher. Für die Ausstattung mit OLED-Bildschirm, Core Ultra X7, 32 GB RAM und 1 TB SSD werden 2.599 € fällig. Mit Core Ultra X9, 64 GB RAM und 4 TB Speicher steigt der Preis sogar auf 4.099 €.
Am naheliegendsten ist hier der Vergleich mit Apples 14-Zoll-MacBook-Pro: Es bietet mehr reine Rechenleistung, ist beim Spielen jedoch weniger vielseitig. Alternativ gibt es das MacBook Air M5, das bei einer ebenso sorgfältigen Verarbeitung deutlich günstiger ist.
Unter den Windows-Geräten bewegt sich das Samsung Galaxy Book6 Pro in einer ähnlichen Preisklasse und ist sogar in der 16-Zoll-Version kompakter. Noch näher liegt das MSI Prestige 14 Flip AI+, das exakt denselben Panther-Lake-Chip und dasselbe Kühlsystem bietet, aber deutlich günstiger ist – rund 1.500 € – und für Fans von Convertible-Formaten interessant sein dürfte. Das leichtere Asus ZenBook A16 mit Ceraluminum-Gehäuse wird wiederum ab 1.800 € angeboten.
Wichtiger Hinweis: Keine dieser beiden letztgenannten Maschinen erreicht das Verarbeitungsniveau des XPS 14.
Der PC wird mit einem etwas sperrigen 100-Watt-USB-C-Ladegerät geliefert. Glücklicherweise muss man es nicht oft hervorholen.
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Mein Urteil zum Dell XPS 14
Nach einigen Monaten mit dem Dell XPS 14 bin ich überzeugt. Für einen anspruchsvollen beruflichen Alltag aus Office-Arbeit, Content-Erstellung mit Videoschnitt und Bildbearbeitung sowie einigen Gaming-Sessions ist das Dell XPS 14 beeindruckend.
Vor allem sein neues Design ist hervorragend, wobei die Tastatur besonders heraussticht. Kombiniert man dies mit einem außergewöhnlichen Bildschirm, einer ausdauernden Akkulaufzeit und einem überdurchschnittlichen Grafikchip, erhält man eines der attraktivsten Notebooks der Gegenwart. Ein echtes Highlight.
Leider hat die Rückkehr der XPS-Reihe ihren Preis. Mit Preisen ab 1.849 € und über 4.000 € für die stärkste Konfiguration ist das XPS 14 eindeutig kein Schnäppchen. Dennoch ist es der einzige Laptop, bei dem ich nicht das Bedürfnis hatte, wieder zu meinem MacBook Pro zurückzukehren.
Dell XPS 14 (2026)
Ab 1849€
Gesamtnote: 9.0/10
Das gefällt uns
- Makelloses Design und hervorragende Konstruktion
- Was für eine Tastatur!
- Wunderschönes Display und gute Klangqualität
- Ausgezeichnete Akkulaufzeit
- Sehr überzeugende Grafikkarte
Das gefällt uns weniger
- CPU mit Rückstand
- Nicht gerade günstig!
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