Vier Monate lang habe ich den Roborock RockMow Z1 LiDAR auf einem extrem steilen Grundstück mit 500 m² getestet: Mein Urteil zum Mähroboter ohne Begrenzungskabel und Antenne, der dort erfolgreich ist, wo andere scheitern.
Mein Garten ist für Mähroboter ein echter Härtetest. Auf 500 m² gibt es mehrere starke Steigungen, erhöhte Bereiche und sogar ein kleines, separates Rasenstück auf der Parkplatzseite. Mehrere Modelle mussten hier bereits kapitulieren, weil sie weder klettern konnten noch zurechtkamen – darunter der Husqvarna 405XE Nera, der an meiner Hauptsteigung gescheitert ist. Umso neugieriger war ich, als Roborock den Markt für Rasenmäher betrat: Die Saugroboter der Marke nutze ich schließlich seit Jahren.
Der Markt hat sich ohnehin rasant entwickelt: Die großen Hersteller von Saugrobotern bringen nach und nach ihre Technik in unsere Gärten. Roborock ist diesen Schritt mit zwei Mähroboter-Reihen gegangen. Die RockNeo-Modelle setzen auf RTK-Navigation, während die RockMow-Serie per LiDAR geführt wird. Der Z1 – beziehungsweise Z120 – LiDAR ist das Spitzenmodell und für Flächen bis zu 2.000 m² ausgelegt.
Um es direkt vorwegzunehmen: Der RockMow Z1 LiDAR ist der erste Roboter, der mein gesamtes Grundstück bewältigt, und zugleich das beeindruckendste Gartenprodukt, das ich bislang genutzt habe. Zwei zentrale Fragen bleiben jedoch: Wie schlägt er sich im Alltag, und rechtfertigt er seinen Preis von 2.799 Euro? Dieser Test liefert die Antwort.
Was mir am Roborock Rockmow 21 LiDAR gefällt
Unglaublich stark an Steigungen
Genau dieser Punkt hatte bei mir bisher jeden Vorgänger aussortiert. Große Teile meines Grundstücks sind stark geneigt, und alle bislang getesteten Roboter begannen irgendwann durchzudrehen, meldeten einen Fehler oder mieden den Bereich einfach. Der RockMow Z1 LiDAR fährt dagegen überall hin, als wäre die Steigung kein Thema. In vier Monaten habe ich nicht ein einziges Mal erlebt, dass er vor einer Schräge aufgibt oder in einer schwierigen Position feststeckt. Seine Beweglichkeit am Hang ist ebenso beeindruckend wie schonend für den Rasen, denn er hinterlässt keine Spuren.
Roborock hat die Mechanik sichtbar aufwendig konstruiert. Auf dem Rasen sieht der Z1 anders aus als alles, was man sonst kennt: Zwei angetriebene und lenkbare Vorderräder sitzen unter großen Motoreinheiten, während die Hinterräder an offen sichtbaren Federn aufgehängt sind – fast wie bei einem XXL-RC-Auto. Mit seinen 21,7 kg steht er satt auf der Grasfläche. Im Einsatz ist das hervorragend, bei der Lieferung sollte man sich allerdings vorher aufwärmen: Der Karton ist (sehr) schwer und (sehr) groß.
Der Hersteller verspricht Steigungen von bis zu 80 % sowie das Überwinden von Hindernissen bis 8 cm. Ausnahmsweise stimmt das Datenblatt hier tatsächlich mit der Praxis im Garten überein. Selbst die erhöhten Grundstücksteile erklimmt er, sodass er problemlos meinen oberen Garten erreicht. Der große Federweg ist keineswegs bloße Optik: Er sorgt dafür, dass alle vier Räder auch auf ansteigendem, abfallendem und unebenem Boden dauerhaft Kontakt halten.
Kabellose Installation ohne Antenne und Aufwand
Die nächste Erleichterung folgt direkt beim Einrichten. Weder muss ein Begrenzungskabel verlegt werden, noch ist eine RTK-Antenne mitten auf dem Rasen aufzustellen – genau das hatten wir beim RockNeo Q105, dem anderen Mähroboter der Marke, kritisiert. Die Orientierung übernimmt der LiDAR-Dom zusammen mit den integrierten Sensoren, und das macht einen spürbaren Unterschied.
Zur Einrichtung fährt man die zu mähenden Bereiche lediglich ab und steuert den Roboter dabei selbst. Mehr ist nicht nötig. Ich empfand diesen Vorgang als einfacher als bei Husqvarna. Besonders hilfreich ist außerdem die Verwaltung getrennter Zonen: Auch das kleine Rasenstück an meinem Parkplatz wird genauso gemäht wie der Rest. Über die sehr übersichtlich gestaltete App lassen sich anschließend sämtliche Einstellungen vornehmen – von Zeitplänen bis zu Sperrzonen.
Ein Hinweis dennoch: Nehmen Sie sich genügend Zeit, um diese Sperrzonen sauber zu definieren, denn der Z1 geht ziemlich kompromisslos vor. Bei mir fuhr er auf eine sehr niedrige Einfassung, die er nicht als Hindernis erkannte, und nahm dabei einen kleinen Olivenbaum mit – dieser hat überlebt. Das war nichts Dramatisches, und seit die Grenzen korrekt angelegt sind, erkennt er seine Umgebung sehr zuverlässig und weicht aus, wo er ausweichen soll. Doch wenn mehr als 21 kg in der Nähe von Beeten unterwegs sind, ist Vorsorge die bessere Lösung.
Schnelles, sauberes und leises Mähen
Hier wird Roborocks Erfahrung mit Saugrobotern besonders deutlich. Der RockMow Z1 LiDAR mäht in äußerst sauberen, parallelen Bahnen und wählt seine Routen intelligent, ohne dieselben Stellen zehnmal abzufahren. Unter der Haube arbeitet eine 24-cm-Mähscheibe mit sechs Klingen. Noch nie habe ich eine so schnelle Rasenpflege gesehen: Heute Morgen benötigte er für rund 260 m² 3h10, davon 2h17 reine Mähzeit, Ladepause eingeschlossen. Meine gesamten 500 m² schafft er inklusive Nachladen innerhalb eines halben Tages; eine vollständige Ladung dauert knapp unter einer Stunde.
Im Alltag lasse ich ihn alle zwei Tage fahren und habe die Schnitthöhe auf 40 mm eingestellt. Sie lässt sich millimetergenau zwischen 20 und 70 mm anpassen. Mit diesem Rhythmus bleibt der Rasen makellos, ohne dass ich Zeit investieren muss. Während der Hitzewelle habe ich die Einsätze reduziert, damit das Gras nicht zusätzlich belastet wird. Die App ist dabei sehr praktisch, um den Mähvorgang aus der Ferne zu starten. Der Einsatz heute Morgen war der erste seit 2 Wochen, trotzdem sieht der Garten wieder ordentlich aus. Ebenfalls wichtig: Bei Regen fährt der Roboter nicht los. Besonders hervorzuheben ist die Lautstärke – genauer gesagt ihr nahezu vollständiges Fehlen. Während der Arbeit ist er so leise, dass man ihn regelrecht vergisst.
Bei den Details sorgt das optional erhältliche PreciEdge-Modul dafür, dass näher an Kanten geschnitten wird und das Ergebnis etwas präziser ausfällt. Überall kann es jedoch keine Wunder vollbringen: Rund um meine Terrasse ist weiterhin ein Durchgang mit dem manuellen Rasenkantenschneider erforderlich. Das ist die einzige Stelle, an der mir der Roboter Arbeit übrig lässt.
Was mir am Roborock Rockmow 21 LiDAR weniger gefällt
Natürlich sein Preis
Sie haben darauf gewartet: Jetzt kommt der unangenehme Teil. Der RockMow Z1 LiDAR kostet laut offizieller Preisempfehlung 2.799 Euro, ohne PreciEdge-Modul. Das ist sehr viel, auch wenn sich der Preis im Rahmen von Premium-Mährobotern für große Grundstücke bewegt. Aus eigener Erfahrung kommt noch ein Argument hinzu: Angeblich vernünftigere Modelle, die Ihre Steigung nicht bewältigen, sind letztlich vollständig verschwendetes Geld.
Die eigentliche Frage lautet daher: Brauchen Sie ihn überhaupt? Ist Ihr Garten eben, offen und überschaubar groß, reicht ein deutlich günstigeres Modell aus – etwa die RockNeo-Reihe der Marke. Der Z1 lohnt sich bei schwierigen, steilen und verwinkelten Grundstücken, also genau dort, wo andere Roboter aufgeben. In diesem Segment sehe ich für ihn keinen gleichwertigen Konkurrenten. Wer Roborock kennt, weiß allerdings, dass die Preise schnell fallen können; dann wäre er nahezu perfekt.
Mein Urteil nach vier Monaten mit dem RockMow Z1 LiDAR
Nach mehr als vier Monaten im Einsatz suche ich beim RockMow Z1 LiDAR noch immer nach wirklichen Schwächen. Ein Grundstück, das ich für ungeeignet für automatisches Mähen hielt, ist zum Musterbeispiel geworden: Die Installation ist schnell erledigt, Steigungen werden souverän gemeistert, das Mähen erfolgt zügig, sauber und leise, und die App erreicht das Niveau, für das Roborock bekannt ist. Man muss lediglich den Preis akzeptieren und die Sperrzonen in den ersten Wochen im Blick behalten.
Mit aktuell 9,5/10 bewertet, werde ich diese Note in einem Jahr noch einmal aktualisieren. Dann habe ich genug Abstand, um Wartung und Haltbarkeit zu beurteilen – ein entscheidender Aspekt bei Mährobotern. Bis dahin gilt: Wenn Ihr Rasen eher einer Bergetappe als einem Golfgreen ähnelt und das Budget vorhanden ist, greifen Sie zu. Ich habe noch nie ein Gartenprodukt wie dieses verwendet.
Roborock RockMow Z1 LiDAR
2.799 €
Gesamtbewertung
9.5/10
Das gefällt uns
- Perfekt für steile Grundstücke
- Schnelles und effizientes Mähen
- Umfangreiche App
- Einfache und schnelle Installation
Das gefällt uns weniger
- Die Rasenkantenfunktion erfordert einen zusätzlichen Kauf
- Astronomischer Preis
Zum besten Preis kaufen
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