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Mova Rover X10 im Test: Der Poolroboter mit enormer Ausdauer

Saugroboter reinigt Poolfolie am Beckenrand eines Außenpools bei Sonnenuntergang.

Mit dem Rover X10 bringt Mova einen der wenigen Poolroboter auf den Markt, die mehr als 2.000 Euro kosten. Vier Antriebseinheiten, Unterwasser-LiDAR, eine Saugleistung von 38 m³/h und sieben angekündigte Reinigungsbereiche sprechen allerdings für ihn. Wir haben ihn einen Monat lang getestet, um herauszufinden, ob der hohe Preis gerechtfertigt ist.

In diesem Tempo wird es für Mova bald kaum noch Flächen geben, die die Marke nicht reinigen kann. Nach Wohnräumen, Rasenflächen und sogar Fenstern – zuletzt in unserem Test des Fensterputzroboters N1 – steigt das chinesische Unternehmen nun in den Poolbereich ein. Die Diversifizierung erfolgt mit hohem Tempo und nach einem bekannten Prinzip: Jede neue Produktkategorie wird zügig mit mehreren Modellen besetzt.

Bei Poolrobotern gilt dieselbe Strategie. Im vergangenen März stellte Mova seine ersten Geräte vor: den Diver R10 für 199 Euro, den Diver A10 für 699 Euro sowie den auffälligen Rover X10 zum Preis von 2.499 Euro.

In dieser Preisklasse bewegt sich der Rover X10 in einem sehr kleinen Feld. Oberhalb von 2.000 Euro gibt es nur wenige Alternativen. Zudem wird dieses Premiumsegment derzeit überwiegend von chinesischen Herstellern geprägt, darunter Beatbot mit dem AquaSense 2 Ultra für 3.850 Euro und Aiper mit dem Scuba X1 Pro Max für 2.499 Euro.

Um seinen Platz zu rechtfertigen, muss der Rover X10 entsprechend umfangreiche Technik bieten. An Bord sind vier vertikale Antriebe, Laserkartierung unter Wasser, 38 m³/h Saugleistung, induktives Laden und das Versprechen einer Reinigung in sieben Zonen – einschliesslich Stufen und Ecken. Unser 40-m²-Pool musste einen Monat lang zeigen, ob diese geballte Ausstattung überzeugt.

Ein Meereskoloss mit kleiner Boje

Noch bevor er ins Wasser gelangt, hinterlässt der Poolroboter Mova Rover X10 einen mächtigen Eindruck. Neben ihm wirken der Beatbot Sora 70 und der Aiper Scuba V3, die beiden anderen Roboter in unserem Pooltest dieses Sommers, beinahe wie Spielzeug. Kein Wunder: Der Mova misst 54 cm in der Länge, 46 cm in der Breite und bringt vor allem 15,8 kg auf die Waage. Damit ist er fast doppelt so schwer wie der Scuba V3.

Die Verarbeitungsqualität passt zu diesen Abmessungen. Das anthrazitfarbene Gehäuse mit seinen breiten Schultern umschliesst ein glänzend schwarzes Mittelteil, während die blauen Bürsten die einzigen farblichen Akzente setzen. Auf der Oberseite sitzen vier vertikale Antriebe fast an den vier Ecken rund um den Kartierungsturm.

An den Seiten verlaufen zwei breite Raupenbänder, vorn ragen kleine Seitenbürsten über das Gehäuse hinaus, um Schmutz an den Beckenrändern aufzunehmen. Auch der Lieferumfang ist umfangreich: Mova legt eine grosse kabellose Ladestation, das Netzteil, einen Bergungshaken, einen ultrafeinen 3-Mikron-Filter und vor allem einen ungewöhnlichen Begleiter namens AquaSonar bei.

Dabei handelt es sich um einen kleinen runden Schwimmer, dessen Aufgabe keineswegs nebensächlich ist. Er bleibt an der Wasseroberfläche, hält die WLAN-Verbindung und kommuniziert per Ultraschall mit dem untergetauchten Roboter. Dadurch kann die App die Reinigung weiter verfolgen sowie Akkustand und Wassertemperatur abrufen.

Darüber hinaus erlaubt AquaSonar die Fernsteuerung des Mova Rover X10. So lässt er sich etwa zum Beckenrand dirigieren, obwohl er unter Wasser arbeitet. Das ist ein deutlicher Vorteil, denn die meisten Poolroboter sind nach dem Eintauchen nicht mehr erreichbar.

Trotz der zahlreichen Komponenten gelingt die Einrichtung recht unkompliziert. Die MOVAhome-App erkennt den Rover X10 schnell per Bluetooth und verbindet ihn anschliessend mit dem WLAN des Hauses. Danach muss der AquaSonar-Schwimmer separat gekoppelt werden.

Unterwasser-LiDAR mit unzuverlässiger Kartierung

Auf die Wasseroberfläche gesetzt, sinkt der Rover X10 nicht sofort ab. Im Gegenteil: Er lässt sich auffallend viel Zeit. Bei unseren Einsätzen benötigte er regelmässig fast zehn Minuten, um genügend Wasser aufzunehmen und den Boden zu erreichen. Die App veranschlagt für diesen Vorgang jedoch nur drei Minuten.

Seine umfangreiche Technik beginnt erst unter Wasser vollständig zu arbeiten. Der oben montierte AquaScan-Turm enthält einen Unterwasser-LDS, der die Beckenkonturen erfassen soll; ergänzt wird er durch 29 Sensoren am Roboter. Mova verspricht eine 3D-Karte und Routen, die sich an die Geometrie des Pools anpassen.

Unsere Erfahrungen damit waren allerdings durchwachsen. Weil das WLAN unseren Pool nur schlecht erreichte, hatte auch AquaSonar Schwierigkeiten, Daten weiterzuleiten. Nach dem ersten Tauchgang holten wir den Roboter wieder heraus und stellten ihn näher am Haus auf. Doch auch nach drei weiteren Versuchen liess sich die in der App angekündigte Karte nicht erzeugen.

Dennoch schien der Poolroboter Rover X10 die Masse unseres Beckens korrekt erfasst zu haben. Er fuhr gleichmässig, ohne Unsicherheiten oder unerwartete Wendemanöver, und erkannte sowohl unsere Ecktreppe als auch die an den Wänden installierten Einlaufdüsen zuverlässig.

Davon abgesehen ist die App besonders umfangreich ausgestattet. Sie ermöglicht die gezielte Reinigung von Boden, Wänden und Wasserlinie, der Oberfläche, der Bodenränder sowie flachen Bereichen wie einem eingelassenen Strand. Mova bezeichnet dies als 7-in-1-Reinigung, zählt Ecken und Stufen jedoch einzeln mit, ohne ihnen ein eigenes Reinigungsprogramm zu widmen.

Es stehen drei Saugstufen zur Auswahl, und je nach Modus können ein oder mehrere Durchgänge festgelegt werden. Hinzu kommen eine Wochenplanung sowie die Funktion, den Roboter an den Beckenrand zurückzurufen.

Viel Leistung für fast den gesamten Pool

Mit 38 m³/h Saugleistung mangelt es dem Rover X10 nicht an Kraft. Es ist schlicht der höchste Durchsatz, den wir bislang bei einem Poolroboter getestet haben. Sein 5-Liter-Korb bietet ebenfalls reichlich Platz, auch wenn seine Grösse mehr erwarten liess. Der deutlich kompaktere Beatbot Sora 70 fasst beispielsweise 6 Liter. Mova gleicht dies mit einer zweistufigen Filtration bei 180 und 3 Mikron aus.

Am Boden liefert der Mova in jedem Fall eine sehr überzeugende Leistung. Er arbeitet systematisch und nimmt Blätter, Sand sowie kleine Kieselsteine auf seinem Weg problemlos auf. Die kleinen Seitenbürsten helfen zusätzlich, indem sie Verunreinigungen an den Rändern in Richtung Ansaugung befördern.

Wenn die Aufgabe anspruchsvoller wird, kommen die vier vertikalen Antriebe zum Einsatz. Sie ermöglichen dem Mova Rover X10, seinen Auftrieb zu kontrollieren und fest an der Poolbeschichtung zu bleiben, wenn er vom Boden an einer Wand hochfährt. Dieses durchaus spektakuläre Konstruktionsprinzip funktioniert bis zur Wasserlinie. Der Roboter klettert ohne Zögern nach oben und bearbeitet diesen Bereich gründlich genug, um ihn sauber zu hinterlassen.

Unsere Eckstufen bereiteten ihm hingegen mehr Schwierigkeiten. Der Rover X10 erkennt sie zwar zuverlässig, doch seine Abmessungen werden in diesem Bereich zum Nachteil. Seine breite Bauform lässt ihm nur wenig Spielraum, um auf jeder einzelnen Stufe sauber zu positionieren.

Das Ergebnis hängt selbstverständlich stark von der Form der Treppe ab. Je breiter und tiefer die Stufen sind, desto besser kann sich der X10 darauf bewegen. In einer engen Ecke wie in unserem Pool spielt seine Grösse klar gegen ihn.

Ausdauer wie ein Atom-U-Boot

Mit seinem 15.000-mAh-Akku verfügt der Mova Rover X10 über eine Ausdauer, die seinem Gewicht entspricht. Der Hersteller verspricht bis zu sechs Stunden Reinigung am Boden und sogar zwölf Stunden an der Oberfläche. In unserem 40-m²-Pool lag der Verbrauch bei einem vollständigen Reinigungszyklus in mehreren Messungen bei ungefähr einem Viertel der Akkukapazität.

Das bedeutet: Der X10 konnte rund vier grosse Reinigungen durchführen, bevor er wieder geladen werden musste. In der Hochsaison, wenn ein Pool regelmässig genutzt wird, werden üblicherweise zwei bis drei Durchgänge pro Woche empfohlen. Unter diesen Bedingungen konnte unser Rover also mehr als eine Woche ohne Ladestation auskommen.

Für eine vollständige Ladung benötigt er dennoch 6 h 30. Mova gestaltet den Vorgang mit einer eleganten kabellosen Station erfreulich komfortabel. Es reicht, den Rover X10 daraufzustellen, um den Ladevorgang per Induktion zu starten. Das ist praktisch, auch wenn zunächst knapp 16 kg zur Basis getragen werden müssen.

Auch der AquaSonar besitzt einen eigenen Akku und muss mit dem mitgelieferten Adapter separat aufgeladen werden. Da er während der Reinigung nur begrenzt genutzt wurde, um einige Befehle weiterzuleiten – insbesondere wegen der schwachen Verbindung –, hielt er einen ganzen Monat ohne Steckdose durch.

Ein fast theoretischer Preis für den Poolroboter Mova Rover X10

Bei Presse-Citron nennen wir grundsätzlich den Einführungspreis eines Produkts, da sich die Preise nach der Markteinführung schnell verändern können. In diesem Fall lohnt sich allerdings ein kurzer Exkurs. Ähnlich wie Xiaomi bei Smartphones setzt Mova gern auf aggressive Preisnachlässe – mitunter schon sehr kurz nach dem Verkaufsstart.

Der Rover X10 ist ein anschauliches Beispiel dafür. Im vergangenen Frühjahr kam er für 2.499 Euro auf den Markt, zum Zeitpunkt dieses Artikels kostete er auf der Herstellerseite jedoch 1.299 Euro. Das ist beinahe die Hälfte.

Zu diesem Preis verändert sich das Verhältnis von Technik und Kosten vollständig. Er tritt dann nicht mehr nur gegen die wenigen Poolroboter über 2.000 Euro an, sondern auch gegen Geräte wie den Aiper Scuba V3 und den Beatbot Sora 70.

Unser Fazit zum Poolroboter Mova Rover X10

Manchmal kann sich Übermass durchaus auszahlen. Beim Rover X10 hat Mova Motoren, Sensoren und Funktionen in einem Umfang verbaut, wie es bislang nur wenige Hersteller getan haben. Nach einem Monat in unserem Pool zeigt sich, dass dieser technische Aufwand unter Wasser echte Vorteile bringt.

Mit seinen 38 m³/h reinigt er den Boden mühelos, fährt entschlossen an Wänden hoch und behandelt vor allem die Wasserlinie besonders gründlich. Auch die Oberflächenreinigung überzeugte. Seine Ausdauer ist vor allem die beste, die wir bisher bei einem Poolroboter gemessen haben. Zusammen mit der Filtration bis 3 Mikron, der Wochenplanung und der induktiven Ladestation ergibt der Rover X10 in einem grossen, regelmässig genutzten Pool durchaus Sinn.

Nicht jede Funktion dieser Ausstattung überzeugte jedoch. Die versprochene 3D-Kartierung konnten wir nie erstellen, AquaSonar ist stark von der WLAN-Reichweite abhängig, und die 15,8 kg des Roboters machen die Handhabung schnell mühsam. Sein gewaltiges Gehäuse harmoniert zudem nicht mit engen Treppen.

Letztlich richtet sich der Rover X10 vor allem an grosse Pools mit einfachen Formen, in denen seine Saugleistung, Ausdauer und Automatisierung ihr volles Potenzial ausspielen können. In einem kleineren Becken oder bei einer schmalen Treppe ist seine Überdimensionierung deutlich schwerer zu rechtfertigen. Deshalb geben die ursprünglichen 2.499 Euro Anlass zum Nachdenken. Da Mova bei Rabatten nicht zurückhaltend ist, kann etwas Geduld die Preisfrage jedoch lösen.

Mova Rover X10

1499 Euro

9.1

Kategorie Bewertung
Installation und Verarbeitung 9.5/10
Navigation und Hindernisse 9.0/10
App und Funktionen 8.5/10
Reinigungsleistung 9.0/10
Akkulaufzeit und Laden 9.5/10

Das gefällt uns

  • Leistungsstarke Saugleistung von 38 m³/h
  • Hervorragende Ergebnisse am Boden, an Wänden und an der Wasserlinie
  • Enorme Akkulaufzeit
  • 3-Mikron-Filter im Lieferumfang
  • Umfangreiche App und induktive Ladestation

Das gefällt uns weniger

  • 3D-Kartierung während unseres Tests nicht verfügbar
  • AquaSonar abhängig von der WLAN-Reichweite
  • Sehr grosses und schweres Gehäuse
  • Wenig geeignet für enge Treppen
  • Hoher Einführungspreis

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