Frankreich hat sich in Boston auf einem Hightech-Rasen, der von einem französischen Unternehmen entwickelt wurde, für das Halbfinale qualifiziert. So bewältigte der Industriekonzern Tarkett eine gewaltige logistische Herausforderung, um seinen Hybridrasen in Rekordzeit zu verlegen.
Nach dem kontrollierten 2-0-Erfolg gegen Marokko steht Frankreich im Halbfinale der Fußball-WM. Während die ganze Welt auf die Leistungen der französischen Auswahl in Boston blickte, überzeugte ein weiterer Akteur aus Frankreich eher unbemerkt – direkt unter den Fußballschuhen der Spieler.
Der Rasen im Bostoner Stadion wurde nämlich von Tarkett entwickelt, einem Industriekonzern aus Frankreich. Nach dem Sieg gegen Norwegen in der Gruppenphase auf demselben Platz scheint die französische Mannschaft in den USA ihren Lieblingsort gefunden zu haben. Für den weltweit tätigen Bodenbelagsspezialisten ist die Ausstattung eines solchen Turniers eine Auszeichnung, vor allem jedoch eine technische Herausforderung im XXL-Format.
Tarkett: Ein wenig bekannter Riese für Bodenbeläge
Tarkett wurde Ende des 19. Jahrhunderts gegründet und verweist auf immerhin 140 Jahre Unternehmensgeschichte. Der heute von der Familie Deconinck kontrollierte Konzern zählt zu den weltweit führenden Anbietern professioneller und privater Bodenbeläge. Das Unternehmen beschäftigt 12.000 Mitarbeitende und erzielt einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro.
Obwohl sich der Unternehmenssitz in Frankreich befindet, wird ein großer Teil des Geschäfts in Nordamerika abgewickelt. Dort stattet Tarkett Krankenhäuser und Schulen ebenso aus wie Leichtathletikbahnen und Tennisplätze. Der Bereich „Sportbeläge“ hat sich insbesondere bei Außenanlagen als weltweiter Maßstab etabliert.
Tarkett bei der Fußball-WM in Boston
Insgesamt hat das Unternehmen drei bedeutende Spielstätten dieser Fußball-WM ausgestattet: Atlanta, Seattle und Boston.
Die „Grassmaster“-Technologie von Tarkett
Um die Anforderungen des Wettbewerbs zu erfüllen, setzte Tarkett auf seine patentierte Technologie „Grassmaster“. Dabei handelt es sich um verstärkten Naturrasen, der auch im Stade de France verwendet wird. „Optisch besteht der Rasen zu 97 % aus natürlichem Gras, während die übrigen 3 % aus tief eingebrachten synthetischen Fasern bestehen“, erklärte Konzernchef Fabrice Barthélémy im Studio von BFM Business. Die Wurzeln des echten Rasens schlingen sich um diese Polymerfäden, wodurch der Untergrund verdichtet und besonders widerstandsfähig gegen Grätschen und Aufprälle wird.
Hybridrasen unter erheblichem Zeitdruck
In Boston wird das Stadion normalerweise für Konzerte und Footballspiele auf Kunstrasen genutzt. Tarkett hatte lediglich zwei oder drei Monate Zeit, um dort seinen natürlichen Hybridrasen zu installieren – ein äußerst kurzer Zeitraum, damit der Rasen wachsen und fest im Boden verwurzeln kann, wie der Unternehmenschef einräumte.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen