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MOVA LiDAX Ultra 1000 im Test: Der leise Mähroboter ohne Begrenzungskabel

Person steuert Mähroboter im Garten mit Smartphone-App bei Sonnenschein.

Rasenmähen ist ein wenig wie Bügeln: Wirklich gern macht es niemand, über das Ergebnis freut sich jedoch jeder. Wenn ein Roboter verspricht, diese Aufgabe selbstständig zu übernehmen, schaut man natürlich genauer hin. Der LiDAX Ultra 1000 gehört zu einer neuen Generation vernetzter Mähroboter, die Begrenzungskabel überflüssig machen: Stattdessen kartiert ein 360°-3D-LiDAR, unterstützt von einer KI-Kamera, Flächen von bis zu 1.000 m².

MOVA ist in Deutschland möglicherweise noch kein geläufiger Name. Die Marke ist hierzulande noch jung, gehört jedoch zum Dreame-Kosmos, dem chinesischen Spezialisten für Saugroboter, und bezeichnet sich 2025 bereits als weltweite Nummer eins bei LiDAR-Mährobotern. Der Preis liegt bei 999 Euro – also auf dem Niveau eines guten selbstfahrenden Rasenmähers. Bewährt sich dieser Roboter auch in einem Garten, der alles andere als einem Fussballplatz gleicht? Das klärt dieser Test.

Auspacken: ernst zu nehmende Technik statt Spielerei

Der LiDAX Ultra 1000 ist in jeder Hinsicht ein Schwergewicht. In seinem grossen Karton steckt ein 13,8 kg schwerer Roboter mit 44,4 cm Breite, 27,3 cm Höhe und 66,5 cm Länge. Damit bleibt er kompakt, wirkt aber keineswegs wie ein überdimensioniertes Spielzeug. Zum Lieferumfang gehören Ersatzmesser, eine Reinigungsbürste, ein fusselfreies Tuch sowie ein Innensechskantschlüssel samt Schrauben. Ergänzt wird das Paket durch die Ladestation und das zugehörige Befestigungsmaterial.

Optisch setzt der MOVA LiDAX Ultra 1000 auf moderne Formen, die an Drohnen oder hochwertige Saugroboter erinnern. Statt wie manche Konkurrenzmodelle nach Baustellenmaschine auszusehen, besitzt er eine aerodynamisch geformte Verkleidung aus dunkelmattem Kunststoff mit einigen leuchtenden Farbakzenten. Das Design ist gelungen und fügt sich unaufdringlich in eine gestaltete Gartenumgebung ein.

Vorn trägt der Mähroboter seine Navigationshardware, bestehend aus Optik- und Entfernungsmessmodul. Der 3D-LiDAR-Sensor sitzt in einem kleinen mittigen Turm und rotiert fortlaufend, um die Umgebung zu erfassen. Die KI-Kamera befindet sich in der vorderen Stossstange.

Eine Klappe auf der Oberseite lässt sich anheben und gibt den Blick auf ein LCD-Display, ein Nummernfeld sowie einige Bedientasten frei. Das System wird durch einen PIN geschützt, der bei der Ersteinrichtung festgelegt wird. Darüber hinaus gibt es wenig zu erwähnen – abgesehen vom unübersehbaren grossen roten Not-Aus-Knopf.

Die Ladestation überzeugt durch ihr kompaktes, schlichtes Konzept. Sie besteht aus einer dunklen Kunststoffplatte mit einem dezenten Ladebügel. Während grosse Stationen der Konkurrenz oft versteckt werden müssen, fällt dieses Modell kaum auf. Ist der Roboter angedockt, schützt seine Front die Ladekontakte vor Witterungseinflüssen. Gleichzeitig reinigt eine weiche Bürste das LiDAR-Modul, sobald der Roboter in die Station zurückkehrt.

Ein kleiner Kritikpunkt betrifft die seitlichen Kunststoffteile der Verkleidung, die bei Kontakt mit tief hängenden Ästen oder Sträuchern recht schnell Kratzer bekommen. Nach zwei Wochen Nutzung zeigte mein Testgerät bereits erste Spuren. Für ein Outdoor-Gerät ist das nicht dramatisch. In dieser Preisklasse wären jedoch durchgefärbter, abriebfesterer Kunststoff oder Silikonschutzleisten wünschenswert gewesen.

Installation ohne die lästige Vorarbeit

Über viele Jahre war die Einrichtung eines Mähroboters unerquicklich, um es freundlich auszudrücken. Ein Kabel musste rund um das Grundstück verlegt werden, Beete mussten ausgespart und Kanten nachgezogen werden. Im besten Fall kostete das einen ganzen Nachmittag – mit unvorhergesehenen Schwierigkeiten und zwei kleinen Kindern konnte daraus auch schnell ein ganzes Wochenende werden. Kurz gesagt: Die Vorbereitung verlangte einiges an Geduld.

Neuere Technologien aus der Militärindustrie vereinfachen diesen Vorgang – ausgerechnet. MOVA setzt auf UltraView 2.0. Das System kombiniert einen 360°-3D-LiDAR mit einer KI-unterstützten Kamera, analysiert die Umgebung und erstellt eigenständig eine Karte des Gartens. Der Hersteller verspricht die Kartierung innerhalb weniger Minuten bei einer Genauigkeit von einem Zentimeter.

In meinem Fall benötigte die Erfassung beider Gartenbereiche weniger als eine Stunde. Anschliessend lassen sich Sperrzonen festlegen oder die Karte manuell anpassen.

Bei einer ungewöhnlich geformten Mähfläche ist auch eine halbmanuelle Kartierung möglich. Die auf dem Smartphone installierte Begleit-App dient dann als Fernsteuerung, mit der der Roboter wie ein ferngesteuertes Auto entlang des gesamten Umfangs gefahren werden muss. Das dauert länger, ist mitunter aber unvermeidlich.

Präzise Bahnen und ein paar praktische Kniffe

Nach Abschluss der Kartierung arbeitet der Roboter nach dem Mulching-Prinzip: Häufiges Mähen zerkleinert das Gras zu winzigen, düngenden Partikeln. Damit entfällt lästiges Zusammenrechen. MOVA kündigt eine strukturierte U-förmige Fahrweise an – theoretisch also kein zielloses Zickzackfahren mehr, bei dem jede zweite Ecke ausgelassen wird. LiDAR und Kamera sollen zudem mehr als 300 Arten von Hindernissen erkennen und umfahren können – von Gartenmöbeln bis zum liegen gelassenen Ball.

Auch bei der Wendigkeit liest sich das Datenblatt überzeugend: Der LiDAX Ultra 1000 kommt durch Durchgänge ab 60 cm Breite und bewältigt Steigungen von bis zu 45 %. Darüber hinaus verwaltet er zwei getrennte Karten mit jeweils bis zu 150 Zonen. Das ist praktisch für Gärten, die durch das Haus geteilt werden – sofern man die Basis umsetzt oder in eine zweite Ladestation investiert. Es gibt aber noch eine weitere Möglichkeit, wie der spezielle Testgarten gezeigt hat.

Ich stellte die Mähroboter-Basis unter dem Vordach nahe der einzigen Aussensteckdose auf, statt sie am Gartenrand zu platzieren. So musste kein unschönes und potenziell gefährliches Kabel über die grosse Terrasse verlegt werden. Von diesem Standort aus kann der Roboter beide Gartenabschnitte erreichen.

Zunächst führte ich ihn zum Eingang der ersten Zone. Wegen ihrer Form ging ich lieber auf Nummer sicher und startete eine halbmanuelle Kartierung: Den Roboter lenkte ich somit entlang des kompletten Mährands. Die Aktion dauerte 15 Minuten und erforderte einige Versuche – mit ferngesteuerten Autos war ich noch nie besonders geschickt.

Nach wenigen Korrekturen in der ersten Zone, wirklich nicht vielen, aktivierte ich die Funktion „Durchgang erstellen“. Ich übernahm nochmals die manuelle Steuerung, damit der Roboter unter einem Gartentisch hindurch und anschliessend über einen Weg fahren konnte. Danach musste er links abbiegen, die zweite Terrasse überqueren und die zweite Mähzone erreichen.

Das Vorgehen ist recht einfach, verlangt aber etwas Genauigkeit. Der virtuelle Weg muss ausreichend weit von realen Hindernissen wie Wänden, Mauern und Blumentöpfen entfernt bleiben. Auf diese Weise lassen sich leichte Abweichungen einkalkulieren, die der Roboter bei späteren autonomen Fahrten machen könnte. Deshalb sorgte ich dafür, dass der angelegte virtuelle Pfad stets mindestens 90 cm breit war.

Für die deutlich weniger verwinkelte zweite Fläche startete ich danach die automatische Kartierung. Nach deren Abschluss kehrte der Mäher zum Ausgangspunkt der Zone zurück. Mit „Durchgang erstellen“ führte ich ihn ein zweites Mal zurück zu seiner Basis, wo er aufgeladen wird.

Leise mähen lassen

Nun war es Zeit, das erste Mähprogramm zu starten. Ich war zugegebenermassen gespannt auf das Ergebnis. Der Roboter verlässt die Ladestation ordnungsgemäss, fährt selbstständig zur ersten Gartenfläche und mäht sie ohne Schwierigkeiten. Besonders überrascht hat mich, wie leise das Ganze abläuft – vor allem im Vergleich zu meinem sonst genutzten, recht lauten Elektromäher.

Diese geringe Geräuschkulisse verdankt der Roboter einer Scheibe mit drei kleinen rechteckigen Messern, die an die Klingen alter mechanischer Rasierer erinnern. Mit einem dröhnenden klassischen Mäher hat das wenig gemein. Zudem ermöglichen die angenehme Ruhe und der LiDAR auch Mähvorgänge bei Nacht, denn das Gerät findet sich selbst bei geringer Helligkeit problemlos zurecht.

Nach der ersten Zone fuhr der Roboter wie vorgesehen zur zweiten Fläche und begann dort seine Arbeit. Die wenigen auf dem Rasen liegenden Gegenstände erkannte und umfuhr er zuverlässig. Das galt auch für die Schildkröte, die in diesem Gartenteil das Sagen hat. Sie war offensichtlich neugierig auf den Eindringling und näherte sich ihm mehrfach, woraufhin er kurzzeitig von seiner programmierten Route abwich. Alles lief bestens, bis der Mäher zur Basis zurückkehren sollte.

Um die zweite Zone zu verlassen und wieder auf die Terrasse zu gelangen, musste er knapp sechs Zentimeter überwinden – den Höhenunterschied zwischen Erdreich und Terrassenfläche. Die beiden Antriebsräder schafften dieses Hindernis nicht. Eine Benachrichtigung auf dem Smartphone forderte mich dazu auf, die Situation zu lösen. Für den nächsten Mähdurchgang werde ich daher eine kleine Rampe anbringen.

Abgesehen von diesem Hänger hat sich der Roboter gut geschlagen: Das Mähergebnis ist sauber, bei schwächer werdendem Akku fährt er automatisch zur Ladestation und setzt seine Arbeit exakt an der zuvor verlassenen Stelle fort. Grob gerechnet entspricht eine Stunde Ladezeit ungefähr einer Stunde Mähbetrieb.

Bei Regen erkennt ein Sensor die Niederschläge und schickt den Mäher umgehend zurück zur Ladestation, bis das Wetter wieder besser wird. Die Pflege soll dank IPX6-Schutz ebenfalls schnell erledigt sein: Ein Wasserstrahl genügt.

Besonders ungewöhnliche Testbedingungen

Üblicherweise läuft ein Test wie dieser über einen längeren Zeitraum: Ich erhalte das Produkt im Mai, prüfe es bis Ende Juni und veröffentliche den Beitrag Anfang Juli. Wie vermutlich aufgefallen ist, waren die Wetterbedingungen in Frankreich in diesem Frühjahr aussergewöhnlich. Zum Zeitpunkt dieser Zeilen, dem 7. Juli 2026, befinden wir uns bereits mitten in der dritten Hitzewelle des Jahres 2026.

Das beeinflusste den Test in mehrfacher Hinsicht. Erstens konnte der Roboter an Tagen mit Temperaturen über 35 °C nicht eingesetzt werden, um Ausfälle oder gefährliche Schäden an den Akkus zu vermeiden. Diese Empfehlung stammt direkt vom Hersteller, dem ich zugestehe, die Grenzen seiner Produkte zu kennen.

Zweitens trug der Rasen auf dem Grundstück, auf dem dieser Test stattfand, seinen Namen kaum noch zu Recht. Persönlich fand ich die Bezeichnung verbrannte Wiese passender. Mein Test beschränkte sich deshalb auf zwei Mähdurchgänge, von denen der zweite auf vollständig ausgetrocknetem Gras erfolgte.

Für die ursprüngliche Kartierung spielte das keine Rolle. Die langfristige Leistung des Mähers liess sich allerdings nur schwer präzise beurteilen. Meine Einschätzung zur Schnittleistung beruht daher auf einer sehr begrenzten Zahl von Einsätzen.

Steuern, überwachen und schützen

Mit der Begleit-App MOVAhome wird der Roboter eingerichtet: Neben der bereits beschriebenen Kartierung lassen sich die Schnitthöhe von 3 bis 10 cm bestimmen und der Mähvorgang über den von der Kamera übertragenen Videostream in Echtzeit verfolgen. Weitere Spielereien sind verfügbar, etwa eine 3D-Ansicht des Gartens, wie ihn der LiDAR-Sensor erkannt hat. Nett ist das, notwendig aber nicht.

Auch die Sicherheit kommt nicht zu kurz. Sobald der Roboter angehoben wird, ertönt ein Alarm. Wer ihn ohne Begleit-App bedienen möchte, muss direkt am Gerät einen Identifikationscode eingeben. Das optionale „Link“-Modul ergänzt GPS-Tracking und 4G-Warnungen, falls der Roboter den WLAN-Abdeckungsbereich verlässt. Zudem gibt es ein gesichertes Fach für einen Apple AirTag, mit dem sich der Roboter bei Diebstahl leichter aufspüren lässt.

Mein Eindruck vom MOVA LiDAX Ultra 1000

Der Mähroboter MOVA LiDAX Ultra 1000 erledigt die Aufgabe, für die er entwickelt wurde, gut. Die automatische Kartierung und Navigation, die sein leistungsfähiges LiDAR-Modul ermöglichen, gehören zu seinen klaren Stärken. Der Rasen wird gleichmässig gemäht, die Navigation arbeitet sehr präzise, und die Wendigkeit in schmalen Durchgängen hat mir gefallen.

Völlig makellos ist das Gerät dennoch nicht: Die seitlichen Schutzteile könnten hochwertiger sein, die zwei Antriebsräder stossen beim Überwinden von Hindernissen gelegentlich an ihre Grenzen, und das Link-Modul für GPS-Tracking und 4G-Ortung kostet extra. Angesichts des attraktiven Preises geraten diese kleinen Schwächen jedoch schnell in den Hintergrund. Mit Kamera und LiDAR übertrifft der LiDAX Ultra 1000 viele Konkurrenten, die für 999 € nicht immer eine vergleichbare Ausstattung bieten.

Für Gärten bis 1.000 m², selbst wenn sie verwinkelt oder abschüssig sind, ist er ein ernstzunehmender Kandidat für alle, die ihre Samstage zurückhaben möchten. Bei wirklich unebenem Terrain empfiehlt sich eher sein deutlich teurerer grosser Bruder mit Allradantrieb, der LiDAX Ultra 1000 AWD, für 1599 €.

MOVA LiDAX Ultra 1000

999 €

8.3

Kategorie Bewertung
### Mähqualität & Navigation 8.5/10
### Akkulaufzeit & Flächenabdeckung 8.0/10
### App & Sicherheit 8.0/10
### Preis-Leistungs-Verhältnis 8.5/10

Das gefällt uns

  • Effizienz der Kombination aus 3D-LiDAR und KI-Kamera
  • Leise
  • Der Preis angesichts der Ausstattung
  • Durchdachte Verbindung getrennter Zonen

Das gefällt uns weniger

  • Verbesserungswürdige Seitenschutzteile
  • Link-Modul (GPS/4G) optional
  • Nur zwei Antriebsräder

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