Von einem Kauf dieses Geräts auf der Kleinanzeigenplattform sollte man besser absehen.
Im Lauf der Jahre hat sich Leboncoin in Frankreich zum unangefochtenen Marktführer für Kleinanzeigen und den privaten Handel mit gebrauchten Gegenständen entwickelt. Die bei Französinnen und Franzosen sehr beliebte Plattform hat zwangsläufig auch Kriminelle angezogen. Dort sind inzwischen mehrere bekannte Betrugsmaschen weit verbreitet.
Le Journal des Femmes verweist etwa auf den Experten Marc Mazière, Gründer des Blogs Radin Malin, der seit Jahren nach günstigen Angeboten für Online-Verbraucher sucht. Dabei ist ihm mit der Zeit auch eine Vielzahl von Betrugsfällen auf Leboncoin aufgefallen, die er in einem Beitrag vorgestellt hat.
Smartphones auf Leboncoin besser nicht kaufen
So kann ein Verkäufer beispielsweise einen Artikel in einer versiegelten Verpackung anbieten. Nach der Lieferung stellt der Käufer dann fassungslos fest, dass sich darin Knete oder ein Stück Metall befindet – statt des bestellten Produkts.
Zu den derzeit besonders beliebten Betrugsformen zählt ein Produkt, das man auf dieser Plattform möglicherweise günstiger erwerben möchte: Smartphones. Davon ist jedoch abzuraten, denn Betrüger verkaufen häufig Telefone, die wie Samsung- oder iPhone-Modelle aussehen, es aber nicht sind. Sie kleben etwa Logos auf die Rückseite. Der Schwindel fällt oft erst zu spät auf, wenn deutlich wird, dass die Leistung keineswegs dem angeblichen Gerät entspricht.
Wer dennoch ein interessantes Angebot findet und kaufen möchte, sollte den Verkäufer nach der IMEI fragen. Mithilfe dieser eindeutigen Kennnummer eines Smartphones lässt sich online überprüfen, ob die Person am anderen Ende einen täuschen will.
So lassen sich Risiken bei Leboncoin begrenzen
Um private Verkäufe auf Leboncoin sicherer zu gestalten, ist grundsätzlich Vorsicht geboten. Empfehlenswert ist eine persönliche Übergabe gegen Barzahlung. Bei Online-Transaktionen sollte ausschließlich das sichere Bezahlsystem der Plattform genutzt werden, um größere Schäden zu vermeiden. Die Plattform schützt Käufer; bei Problemen kann eine Erstattung möglich sein – vorausgesetzt, die gesamte Abwicklung bleibt auf der Verkaufsplattform.
Zudem sollte man bei einem auffallend entgegenkommenden Gesprächspartner skeptisch bleiben und Nutzerprofile überprüfen. Allerdings liefert auch das keinen vollständigen Schutz, weil selbst sehr gut bewertete Konten gehackt werden können. Gegen die Risiken hilft außerdem eine Beweissammlung, etwa mit Fotos und Screenshots der Nachrichten.
Was nach einem Betrug zu tun ist
Ist der Schaden bereits entstanden, besteht kein Grund zur Panik. Zunächst sollte der betreffende Nutzer bei Leboncoin gemeldet werden. Der Betrugsfall kann außerdem über das Portal der französischen Generaldirektion für Wettbewerb, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung (DGCCRF) und/oder über PHAROS, das offizielle Meldeportal für rechtswidrige Internetinhalte, auf Cybermalveillance.gouv.fr angezeigt werden.
Wurde Geld vom Konto entwendet, sollte umgehend die Bank informiert werden, damit verdächtige Transaktionen gesperrt und das Guthaben geschützt werden können. Anschließend ist bei der Polizei oder der nationalen Gendarmerie unter Vorlage der möglicherweise gesicherten Beweise Anzeige zu erstatten. Weitere Informationen bietet der Blog von Marc Mazière.
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