Samsung hat gerade seine neuesten Foldables vorgestellt: das Galaxy Z Fold 8, Z Fold 8 Ultra und Z Flip 8. Mit dieser Generation beginnt eine neue Ära, denn erstmals kommt ein passähnliches Format zum Einsatz, das Apple voraussichtlich für sein erstes faltbares iPhone im kommenden Herbst übernehmen wird. Ich konnte das Galaxy Z Fold 8 vorab ausprobieren – und war sofort begeistert.
Hebt das faltbare Smartphone jetzt endlich ab? Sieben Jahre nach seiner Einführung findet das einst als revolutionär angekündigte Konzept noch immer nur schwer ein breites Publikum. Faltbare Smartphones stehen bislang für knapp weniger als 3 % der weltweiten Smartphone-Verkäufe. Dabei wird der Markt vor allem von asiatischen Kundinnen und Kunden getragen, die gegenüber neuen Formfaktoren deutlich aufgeschlossener sind.
Trotz meiner uneingeschränkten Begeisterung für neue Technologien und Innovationen konnte ich mich mit faltbaren Smartphones bislang nie wirklich anfreunden. Diese Einschätzung ist selbstverständlich subjektiv, denn einige meiner Kolleginnen und Kollegen haben sich längst für dieses Konzept entschieden. Pierre, unser Leiter des Tech-Ressorts, schwört auf das Galaxy Z Fold 7 – wegen der Produktivität und des angenehmen Displays. Hanna, unsere Videoproduzentin, lobt dagegen das Flip-Format in den höchsten Tönen, das sich als echtes Schweizer Taschenmesser für die Content-Erstellung erweist.
Für beide gibt es gute Nachrichten: Samsung aktualisiert die zwei Modelle Galaxy Z Flip 8 und Galaxy Z Fold 8 Ultra mit kleinen, aber willkommenen Verbesserungen (siehe unsere ausführliche Übersicht).
Mich persönlich haben diese beiden Formate leider nie überzeugt. Zwar muss ich Samsung zugestehen, die Geräte über die Jahre deutlich ausgereifter gemacht zu haben. Dennoch legte ich sie nach einigen Wochen stets wieder beiseite. Der Grund: Für eher begrenzte Vorteile im Alltag musste ich zu viele technische Kompromisse akzeptieren.
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Mit dem Galaxy Z Fold 8 will Samsung nach eigener Aussage Menschen ansprechen, die wie ich in der Galaxy-Z-Familie bislang nicht fündig geworden sind. Das Modell positioniert sich zwischen Z Flip und Z Fold. Es übernimmt damit die Vorzüge beider Konzepte, allerdings auch einige ihrer Nachteile.
Das Ergebnis ist ausgesprochen attraktiv. Schon nach wenigen Stunden mit dem Gerät hatte ich den Eindruck, dass mir dieses Foldable trotz einiger Einschränkungen tatsächlich einen Mehrwert bietet. Vor allem kann ich mir zum ersten Mal vorstellen, ein faltbares Smartphone täglich zu verwenden.
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Die Masse eines Reisepasses: das ideale Format?
Die Gerüchte haben sich bestätigt: Das Z Fold 8 besitzt tatsächlich die Abmessungen eines Reisepasses. Damit gehört das sehr hohe, etwas merkwürdige 20:9-Format der Vergangenheit an. Das Z Fold 8 ist kürzer, breiter und beinahe quadratisch. Ältere Leserinnen und Leser werden sich womöglich an das BlackBerry Passport erinnern, das letzte Smartphone des kanadischen Konzerns vor dessen Niedergang.
Mit 201 Gramm ist das Z Fold 8 das leichteste faltbare Smartphone, das die Marke je hergestellt hat: Es wiegt 14 Gramm weniger als das Z Fold 8 Ultra und nur 21 Gramm mehr als das Z Flip 8 (180 g). Gleichzeitig fällt das Z Fold 8 ausgesprochen schlank aus: Zusammengeklappt misst es 9,7 mm, aufgeklappt 4,5 mm. Damit ist es geringfügig dicker als das Z Fold 8 Ultra (8,9 mm / 4,1 mm) oder das iPhone 17 Pro Max (8,75 mm).
Schon die ersten Minuten mit dem Z Fold 8 haben mir unverhohlen Freude bereitet. Der neue Formfaktor bringt frischen Wind und vermittelt ein völlig neues Gefühl in der Hand. Hinzu kommt die Verarbeitungsqualität, für die Samsung bekannt ist. Das koreanische Unternehmen versteht es zweifellos, sehr schöne Produkte zu bauen, und dieses Galaxy Z Fold 8 ist ein kleines technisches Schmuckstück.
Galaxy Z Fold 8: gemacht für Unterhaltung
Ausgeklappt lässt sich das 7,6-Zoll-Display problemlos mit einer Hand halten. Hochkant bietet es ein 3:4-Format, das sich hervorragend zum Lesen und Surfen eignet. Im Querformat sorgt das 4:3-Seitenverhältnis beim Ansehen von Videos für einen Komfort, den es auf einem Foldable bisher nicht gab. Denn dieses Panel verringert die sonst bei solchen Geräten üblichen schwarzen Balken deutlich. Das Z Fold 8 scheint seine Unterhaltungsversprechen sowohl bei Spielen als auch bei Videos erfüllen zu können.
Und bei TikTok oder Instagram? Man kann auf dem grossen Display im Hochformat navigieren, ich selbst habe jedoch lieber auf dem kleineren Aussendisplay gescrollt. Dabei muss man sich für eine Darstellungsart entscheiden: Entweder bleibt das Standard-Seitenverhältnis der Apps erhalten, wobei links und rechts zwei schmale schwarze Balken erscheinen, oder man akzeptiert eine erweiterte und damit leicht vergrösserte Ansicht. Mir gefallen die beiden kleinen schwarzen Ränder besser, aber das ist eine rein persönliche Vorliebe.
Unabhängig davon ist das Aussendisplay des Z Fold 8 nach den zunächst ungewohnten ersten Minuten sehr angenehm für das Scrollen durch soziale Netzwerke – insbesondere X, Threads oder Reddit –, für Nachrichten und zum Bearbeiten von E-Mails.
Dazu kommt ein Panel mit bis zu 3000 Nits, das auch bei direkter Sonne gut ablesbar bleibt, sowie eine neue Flex-Titanium-Displaygeneration, durch die der Falz fast unsichtbar wird und die zudem entspiegelt ist. Das Ergebnis ist eines der ausgereiftesten flexiblen Displays auf dem Markt.
Eine weniger leistungsstarke Kamera
Wie bei anderen Foldables muss das Galaxy Z Fold 8 bei der Kamera-Hardware Abstriche machen. Aus Platzgründen verbaut Samsung lediglich zwei Kameramodule: eine Weitwinkel- und eine Ultraweitwinkelkamera, jeweils mit einem 50-Mpx-Sensor. Die ProVisual Engine setzt auf rechenintensive Bildverarbeitungsalgorithmen und liefert sehr überzeugende Ergebnisse, doch das fehlende Teleobjektiv macht sich bemerkbar.
Bei Videos bietet Samsung dynamisches Reframing. Mit dieser Funktion lässt sich im Querformat filmen, während ein Motiv automatisch verfolgt wird, um das Video anschliessend in der Nachbearbeitung für das Hochformat zuzuschneiden. Das ist praktisch, um eine weite Aufnahme ohne erneutes Filmen mit dem Smartphone in für soziale Netzwerke bereiten Inhalt zu verwandeln. Die Funktion passt zur Ausrichtung des Z Fold 8 auf „Unterhaltung“, kann die hardwarebedingten Schwächen im Fotobereich jedoch nicht kaschieren.
Damit bleibt dieses Kamerasystem hinter den besten klassischen Smartphones zurück – unabhängig davon, ob sie faltbar sind oder nicht. So talentiert die koreanischen Ingenieure auch sein mögen: Eine Lösung zur Überwindung der Grenzen der Miniaturisierung haben sie weiterhin nicht gefunden. Wer der Fotografie höchste Priorität einräumt, sollte daher eher zum leistungsstärkeren, aber auch grösseren und nochmals teureren Z Fold 8 Ultra greifen.
Warten auf das iPhone Fold
Gerade der Preis dürfte vermutlich für Unmut sorgen. Das Galaxy Z Fold 8 startet bei 1999 Euro für die 256-GB-Version (2199 Euro mit 512 GB, 2399 Euro mit 1 TB). Das sind 200 Euro weniger als beim Z Fold 8 Ultra, aber noch immer 700 Euro mehr als beim Z Flip 8, dessen Einstiegsmodell unter 1300 Euro bleibt. Von einem Massenmarkt ist das faltbare Smartphone also weiterhin weit entfernt.
Samsung gelingt es dennoch, Apple zuvorzukommen. Der koreanische Hersteller beweist erneut ein gutes Gespür für den richtigen Zeitpunkt: Seine Fold-Reihe wird genau dann grundlegend überarbeitet, wenn Apple sein erstes faltbares iPhone vorbereiten soll. Seit einigen Monaten verdichten sich die Gerüchte zum iPhone Fold. Sie deuten auf eine Vorstellung frühestens im September 2026 zusammen mit dem iPhone 18, spätestens aber im Laufe des Jahres 2027 hin.
Die bei Apple durchgesickerten Merkmale – ein Display mit ungefähr 7,8 Zoll, eine Dicke von rund 4,5 mm im geöffneten Zustand und ein Passformat statt eines Klappdesigns – erinnern auffallend stark an Samsungs Z Fold 8. Ist das ein Grund zur Klage? Nein.
Zum einen schadet etwas Innovation in einem inzwischen reifen Markt nicht. Zum anderen braucht der Markt sie dringend. Faltbare Smartphones machen nach wie vor nur einen winzigen Anteil der weltweiten Verkäufe aus, wobei Samsung unangefochtener Marktführer ist. Doch der koreanische Konzern weiss: Der Einstieg von Apple dürfte die Karten neu mischen und der Kategorie vor allem einen echten Schub verleihen.
Bis dahin gilt: Zum ersten Mal, seit ich faltbare Smartphones teste, habe ich ein Z Fold 8 zugeklappt und wollte es jeden Tag behalten. Entsteht hier gerade ein neuer Standard? Die Antwort gibt es in den kommenden Wochen.
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