Die Marke, die Jugendliche in den 1990er- und 2000er-Jahren begeisterte, ist nicht verschwunden: Jennyfer, die der Krise des französischen Bekleidungshandels ebenfalls nicht entkam, ist in die Geschäfte zurückgekehrt.
Seit ihrer Gründung im Jahr 1985 galt Jennyfer über viele Jahre als eine der prägenden Marken für Teenagermode in Frankreich. Das Erfolgsrezept: besonders wettbewerbsfähige Preise, Kollektionen in schneller Folge und eine starke Präsenz in Innenstädten sowie Einkaufszentren.
Jennyfer und der Wandel zur Fast Fashion
Mit dem Aufstieg der Fast Fashion vollzog die Marke 2018 einen ersten grundlegenden Kurswechsel und nahm den Namen Don’t Call Me Jennyfer (DCMJ) an. Sie verjüngte ihr Image und setzte unter anderem durch eine Zusammenarbeit mit Lena Situations auf Inklusivität. Das reichte jedoch nicht aus, denn der französische Bekleidungssektor geriet in erhebliche Turbulenzen.
Pandemie, steigende Logistik- und Energiekosten sowie die harte Konkurrenz chinesischer E-Commerce-Giganten führten dazu, dass die Marke 2025 zunächst unter gerichtliche Sanierung und anschliessend in Liquidation gestellt wurde. Im Juni 2025 übernahm die Beaumanoir-Gruppe die verbliebenen Jennyfer-Vermögenswerte. Zur Gruppe gehören auch Sarenza.com, La Halle sowie die Marken Quiksilver, Billabong, Roxy, DC Shoes, Element und RVC in Westeuropa. Sie hatte zudem bereits Naf Naf übernommen, das aus vergleichbaren Gründen in Schwierigkeiten geraten war.
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Jennyfer zieht bei Vib’s ein
Jennyfer ist nun wieder im Sortiment erhältlich. Die Kleidung der Marke gibt es online oder in 50 der 260 Vib’s-Filialen in ganz Frankreich, die in den meisten Départements vertreten sind. Dort werden ausserdem Artikel der Marken Bréal, Bonobo und Cache Cache angeboten. „Jennyfer wird zur vierten Marke der Handelskette, die nun alle Generationen abdeckt. Diese Entwicklung entspricht der Strategie der Beaumanoir-Gruppe, ihr Modell von Mehrmarken-Handelsketten zu stärken“, erklärt das Unternehmen in einer Pressemitteilung.
„Vib’s stellt das Kundenerlebnis in den Mittelpunkt seines Konzepts. Die Gestaltung der Verkaufsstellen ist darauf ausgerichtet, ein grosszügiges, freundliches und einladendes Umfeld zu schaffen, das einen reibungslosen und angenehmen Einkauf ermöglicht. Jedes Geschäft möchte einen hochwertigen Service bieten, der auf Zuhören, Beratung und Nähe basiert. Vib’s bietet unendlich viele Möglichkeiten, sich von Kopf bis Fuss passend zu Ihren Wünschen, Anlässen und Ihrem Stil zu kleiden“, heisst es auf der offiziellen Website der Marke.
Die Krise des französischen Bekleidungshandels
Zwischen dem wachsenden Einfluss von Shein und Temu, Secondhand-Angeboten, Inflation und dem verpassten digitalen Wandel geraten zahlreiche traditionsreiche Unternehmen des französischen Bekleidungshandels seit einigen Jahren in schwere finanzielle Schwierigkeiten.
- Liquidiert: Camaïeu, Kookaï, San Marina und der Schuhhändler André.
- Übernommen oder umstrukturiert: Naf Naf, La Halle, Caroll und Pimkie mussten Dutzende Filialen schliessen oder ihre Eigentümer wechseln, um zu überleben.
- In Umstrukturierung: Marken wie Comptoir des Cotonniers oder IKKS haben ihr Filialnetz drastisch verkleinert, um ihre Verluste zu begrenzen.
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