Lange Zeit als „Klimaanlage der Armen“ abgetan, bietet der Deckenventilator – auch Deckenluftumwälzer genannt – tatsächlich zahlreiche Vorteile.
Es gab eine Zeit, in der die Sommer gemächlich im gleichmäßigen Rauschen von Deckenventilatoren vergingen. Diese rotierenden Flügel, die an Kindheitserinnerungen hängen, prägten heiße Nachmittage und Abende ohne Klimaanlage. Ihr dezenter Luftzug begleitete die Stille und die Siesta nach dem Mittagessen. Noch heute erinnert ihre Anwesenheit an eine ruhige Epoche, in der die Zeit stillzustehen schien – genau wie sie selbst an der Decke. Doch abgesehen von dieser nostalgischen Seite ist der Deckenventilator nach wie vor äußerst wirkungsvoll.
Der Deckenventilator ist weit mehr als eine „Klimaanlage der Armen“
Die französische Agentur für ökologischen Wandel ADEME stellt klar: „Es gibt Lösungen, um die Wohnung kühl zu halten. Eine Klimaanlage ist nicht immer unverzichtbar.“ Die Behörde rät unter anderem dazu, Rollläden zu schließen, sobald die Sonne auf die Fenster scheint, die Fenster bereits ab dem späten Vormittag geschlossen zu halten und keine Wärme erzeugenden Geräte – insbesondere den Backofen – einzuschalten.
Auch Ventilatoren empfiehlt die ADEME: Sie kühlen einen Raum zwar nicht direkt herunter, bringen die Luft jedoch in Bewegung und erzeugen auf der Haut ein angenehmes Frischegefühl. Angesichts der Hitzewelle in Frankreich könnte die Behörde damit den Deckenventilator oder Deckenluftumwälzer wieder in Mode bringen.
Deckenventilatoren: Frischegefühl bei niedrigem Stromverbrauch
Nach Ansicht einiger Fachleute kann ein Deckenventilator mithilfe seiner Flügel kühlere Luft umwälzen und die gefühlte Temperatur um rund 5° senken. Zudem arbeitet er besonders energieeffizient. „Ein Luftumwälzer verbraucht 25 bis 40 Mal weniger Strom als eine Klimaanlage und kann dabei eine vergleichbare Wirkung erzielen“, erklärt der Bioklimaingenieur Robert Célaire.
Auch die Anschaffung fällt günstiger aus. Kürzlich ließ eine Kommune im Großraum Lyon, in Vénissieux, 150 Deckenventilatoren in etwa dreißig Gebäuden für 90.000€ installieren. Der entstehende Luftstrom unterstützt die Haut dabei, Körperwärme abzugeben, indem er den Prozess der Evapotranspiration anregt. Dadurch beeinflusst er die vom Menschen empfundene Temperatur, nicht jedoch die Temperatur auf dem Thermometer.
Deckenhöhe, Mücken und Förderung
In Frankreich verfügen schätzungsweise 2,5% der Haushalte über Deckenventilatoren, gegenüber mehr als 60% in den USA. Beim Einbau in Häusern und Wohnungen kann allerdings die tatsächlich verfügbare Deckenhöhe zum Hindernis werden. Diese liegt meist bei 2,50 Metern; zwischen Boden und Ventilatorflügeln sollten 2,30 Meter frei bleiben. Wer weder eine Klimaanlage noch einen Deckenventilator hat, kann die Hitze übrigens auch mit … Eiswürfeln bekämpfen.
Deckenventilatoren könnten außerdem gegen Mücken helfen, denn wegen der Luftbewegung fällt es ihnen schwer, ordentlich zu fliegen. Zudem kann das System unter bestimmten Voraussetzungen für MaPrimeRénov’ förderfähig sein. So altmodisch ist der Deckenventilator letztlich also gar nicht, oder?
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