Ein Hochlochziegel aus Keramik zählt beim Bau eines klassischen Wohnhauses häufig zu den praktischsten Lösungen. Dafür sprechen sein geringes Gewicht, die unkomplizierte Verarbeitung und seine wärmedämmenden Eigenschaften. Dennoch ist er nicht für jedes Bauvorhaben automatisch die beste Wahl: Erdzementsteine und Betonsteine können vorteilhafter sein, wenn Tragfähigkeit, Baugeschwindigkeit, Nachhaltigkeit oder ein bestimmtes Bausystem im Vordergrund stehen.
Worin unterscheiden sich die drei Materialien?
Hochlochziegel aus Keramik werden aus gebranntem Ton hergestellt und besitzen Hohlräume im Inneren. Diese senken das Gewicht der Steine und unterstützen das thermische Verhalten der Wand. Erdzementsteine bestehen aus Boden, Zement und Wasser; sie werden verdichtet und ausgehärtet, ohne gebrannt werden zu müssen. Betonsteine werden dagegen aus Zement, Gesteinskörnung und Wasser gefertigt und weisen üblicherweise grössere sowie sehr gleichmässige Abmessungen auf.
- Hochlochziegel aus Keramik: leicht, weit verbreitet und für viele Wohnhauswände geeignet.
- Erdzementstein: wird nicht gebrannt und erfordert eine sorgfältig kontrollierte Herstellung und Aushärtung.
- Betonstein: grossformatig und masshaltig, wodurch sich das Mauerwerk schneller errichten lässt.
Warum werden Hochlochziegel aus Keramik so häufig für Häuser verwendet?
Bei einem konventionellen Wohnhaus bieten Hochlochziegel aus Keramik meist ein günstiges Zusammenspiel aus niedrigem Gewicht, einfacher Handhabung und Dämmwirkung. Die Hohlräume in den Steinen verringern zudem den Materialeinsatz und ermöglichen leichtere Wände als Systeme mit dichteren Bauelementen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Keramikstein statische Lasten aufnehmen darf. Einige Steine sind für nichttragende Wände vorgesehen, andere werden gezielt für tragendes Mauerwerk produziert. Im Bauprojekt muss daher nicht nur das verwendete Produkt festgelegt werden, sondern auch Wanddicke, Mörtel, Putz und alle weiteren Bauteile, die für die gewünschte Leistung erforderlich sind.
Wann sind Erdzementsteine oder Betonsteine die bessere Wahl?
Der Erdzementstein wird vor allem bei Projekten interessanter, die Herstellungsprozesse reduzieren möchten, da seine Produktion keinen Brennvorgang benötigt. Betonsteine können wiederum passend sein, wenn Tragfähigkeit, einheitliche Steinmasse und eine schnelle Ausführung bei der Entscheidung stärker gewichtet werden.
- Erdzement: geeignet, wenn das Bausystem von Beginn an auf modulare Steine und eine kontrollierte Produktion ausgelegt ist.
- Betonstein: sinnvoll für Bauvorhaben, bei denen grössere Elemente und ein schnellerer Wandaufbau gefragt sind.
- Hochlochziegel aus Keramik: eine häufige Lösung für konventionelle Häuser mit einem eigenständigen Tragwerk aus Stützen und Balken.
- Tragendes Mauerwerk: erfordert geeignete Steine sowie eine spezifische Bemessung, damit die Lasten des Gebäudes sicher aufgenommen werden.
Entscheidet der Preis des Ziegels darüber, welche Variante günstiger ist?
Nein. Wer ausschliesslich den Stückpreis vergleicht, kann die Gesamtkosten falsch einschätzen. Das Steinformat beeinflusst, wie viele Elemente pro Quadratmeter erforderlich sind. Gewicht, Masshaltigkeit und das Mauersystem wirken sich wiederum auf Arbeitsaufwand, Mörtelverbrauch und Bauzeit aus.
Dank seiner grösseren Abmessungen kann ein Betonstein die Anzahl der benötigten Elemente für eine bestimmte Wandfläche senken. Erdzementsteine können in bestimmten Systemen von Verzahnungen und einer modularen Planung profitieren. Die gute Verfügbarkeit von Hochlochziegeln aus Keramik erleichtert hingegen den Materialkauf und die Beauftragung von Fachkräften, die mit dieser Bauweise vertraut sind. Tatsächliche Einsparungen lassen sich nur anhand des Budgets für die vollständige Wand bewerten, nicht allein über den Materialpreis.
Welche Wahl eignet sich also am besten für den Hausbau?
Bei einem herkömmlichen Wohnhaus ist der Hochlochziegel aus Keramik unter den drei Optionen meist die vielseitigste Lösung, weil er geringes Gewicht, breite Verfügbarkeit und passende Eigenschaften für nichttragende Wände verbindet. Ein Betonstein kann überlegen sein, wenn das Projekt vor allem auf Tragfähigkeit und eine rasche Ausführung ausgerichtet ist. Erdzement ist dagegen besonders sinnvoll für Bauvorhaben, die von Anfang an auf dessen Herstellung und Modulsystem abgestimmt werden.
Für die endgültige Entscheidung sind auch Klima, Tragwerksplanung, Wärme- und Schalldämmung, regionale Verfügbarkeit, Oberflächenbeschichtungen und die Ausführungsqualität relevant. Eine korrekt bemessene Wand entsteht durch das Zusammenspiel von Steinen, Fugen, Mörtel, Tragwerk und Endbeschichtung. Der alleinige Wechsel der Ziegelart gleicht Fehler in diesen anderen Bauphasen nicht aus.
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