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Was alte Zivilisationen vor Toilettenpapier verwendeten

Steinmörser mit Wasser und Schwamm, zwei Tonkrüge und Blätter auf Marmorplatte vor Wandbild.

Bevor Toilettenpapier zum alltäglichen Gebrauchsartikel wurde, nutzten alte Zivilisationen Wasser, Schwämme, Keramikstücke, Stoffe und Materialien aus der Natur. Welche Methode gewählt wurde, richtete sich nach Klima, verfügbaren Ressourcen und gesellschaftlichem Status. Dadurch entstanden Hygieneroutinen, die sich deutlich von heutigen Gewohnheiten unterschieden.

Was verwendeten die Römer in öffentlichen Toiletten?

In römischen Latrinen gilt das Tersorium als bekanntestes Hilfsmittel: ein Schwamm, der an einem Stab befestigt war. Einige Überlieferungen beschreiben, dass er mit Salzwasser oder Essig abgespült und erneut benutzt wurde. Fachleute diskutieren jedoch weiterhin, ob dieses Werkzeug unmittelbar der Körperhygiene diente oder vielmehr zur Reinigung von Sitzplätzen und Abwasserkanälen eingesetzt wurde.

Öffentliche Toiletten im Römischen Reich hatten Sitzreihen und Rinnen, durch die Wasser floss. Je nach Verfügbarkeit und finanziellen Möglichkeiten kamen neben dem Schwamm vermutlich auch Blätter, Moos und Stoffstücke zum Einsatz.

  • An einem Holzgriff befestigter Meeresschwamm;
  • Fliessendes Wasser in Rinnen neben den Sitzen;
  • In der Umgebung gesammelte Blätter und Moos;
  • Kleine Stoffstücke für Personen, die sie sich leisten konnten;
  • Wasserbehälter zum Abspülen der Hilfsmittel.

Wie reinigten sich die Griechen ohne Papier?

Im antiken Griechenland verwendeten manche Menschen Pessoi – abgerundete Keramikfragmente oder glatte Steine. Diese Gegenstände waren leicht zu beschaffen und konnten wiederverwendet werden. Sie verdeutlichen, wie sehr Hygiene von den vorhandenen Materialien abhing, auch wenn sie wesentlich weniger angenehm waren als moderne Produkte.

Wann begann man in China, Papier zu verwenden?

China liefert einen der frühesten bekannten Hinweise auf Papier für die persönliche Hygiene. In einem Text aus dem 6. Jahrhundert heisst es, bestimmte Papiere mit den Namen von Weisen und bedeutenden Textauszügen dürften nicht auf diese Weise genutzt werden. Daraus lässt sich schliessen, dass weniger wertvolle Papierblätter bereits diesem Zweck dienten.

Noch bevor sich Papier stärker verbreitete, nutzte man zudem Holz- oder Bambusstäbchen, deren Enden mit Stoff umwickelt waren. In alten Latrinen entlang der Seidenstrasse gefundene Exemplare bewahrten Rückstände, welche ihre sanitäre Verwendung bestätigen. Zu dieser Entwicklung gehörten:

  • Dünne Stäbchen aus Holz oder Bambus;
  • An der Spitze befestigte Stoffstücke;
  • Wasser, das zusammen mit dem Hilfsmittel verwendet wurde;
  • Verfügbare Papierblätter für privilegierte Gruppen;
  • Duftende Papiere, die für den Kaiserhof hergestellt wurden.

Welche Naturmaterialien nutzten andere Regionen?

Menschen in Flussnähe reinigten sich mit Wasser, Krügen und anderen Gefässen. Gemeinschaften fern von reichlich vorhandenen Wasserquellen griffen dagegen auf Blätter, Sand, Schnee, glatte Steine, Stroh, Heu und Maiskolben zurück. Die Vielfalt der vor dem modernen Toilettenpapier verwendeten Gegenstände zeigt, dass keine einzelne Methode in allen Gesellschaften üblich war.

Alte Zivilisationen passten ihre Hygiene an vorhandene Ressourcen an

Die Gewohnheiten alter Zivilisationen sollten nicht allein anhand heutiger Massstäbe beurteilt werden. Sauberes Wasser, weiche Stoffe und Papier waren kostspielig oder nur schwer zugänglich. Deshalb verwendete jede Gemeinschaft, was sie in ihrer Umgebung finden oder in ausreichender Menge herstellen konnte.

Handelsübliches Toilettenpapier kam erst im 19. Jahrhundert auf und benötigte Jahrzehnte, um in Haushalten verbreitet zu sein. Davor erfüllten Wasser, wiederverwendbare Hilfsmittel und Naturmaterialien dieselbe grundlegende Aufgabe. Das zeigt, dass sich auch intime Praktiken mit technologischen Entwicklungen, Sanitärversorgung und der Herstellung von Alltagsgütern verändern.

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