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Airfryer und Mikrowelle: Die wichtigsten Mythen und Fakten

Heißer Gemüsesnack in einer schwarzen Heißluftfritteuse auf einer Küchenarbeitsplatte neben Mikrowelle und Kochanleitung.

Der praktische Nutzen von Airfryer und Mikrowelle hat diese Geräte zu wichtigen Helfern im Alltag vieler Menschen in Brasilien gemacht. Sie vereinfachen nicht nur die Zubereitung von Mahlzeiten, sondern sparen auch Zeit. Mit der Airfryer lassen sich zudem zahlreiche Speisen mit wenig oder ganz ohne zusätzliches Öl zubereiten. Mit ihrer zunehmenden Verbreitung sind jedoch auch Fragen zu möglichen gesundheitlichen Nachteilen aufgekommen.

Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Erhitzungsmethoden, möglicher Nährstoffverluste und der Entstehung bestimmter Stoffe beim Garen führen häufig zu Unsicherheit. Daher ist es wichtig zu verstehen, wie die Geräte funktionieren und welche Vorsichtsmassnahmen ihre sichere Nutzung ermöglichen. Die Fachleute von Rede Américas, einem Netzwerk privater Krankenhäuser, klären die wichtigsten Mythen und Fakten rund um Airfryer und Mikrowelle auf.

1. Kann die Nutzung einer Airfryer Krebs verursachen?

Mythos. Die Airfryer selbst gilt nicht als Ursache von Krebs. Die brasilianische Gesundheitsaufsichtsbehörde Anvisa erläutert, dass Acrylamid – ein Stoff, der sich in kohlenhydratreichen Lebensmitteln bei hohen Temperaturen auf natürliche Weise bilden kann – nicht nur in diesem Gerät entsteht. Es kann ebenso beim Backen im Ofen, beim Frittieren in Öl oder im Toaster gebildet werden. Kartoffeln, Brot, Toast und andere kohlenhydratreiche Lebensmittel gehören zu den Zubereitungen, bei denen sich der Stoff unter starker Hitze entwickeln kann.

Laut dem Onkologen Tiago Kenji vom Hospital Santa Paula in São Paulo belegen die derzeit verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse keinen abschliessenden Zusammenhang zwischen der üblichen Aufnahme von Acrylamid über die Nahrung und der Entstehung von Krebs beim Menschen.

„Kein einzelnes Lebensmittel und keine einzelne Zubereitungsart bestimmt für sich allein das Risiko, an Krebs zu erkranken. Die Wissenschaft zeigt, dass dieses Risiko wesentlich stärker mit dem gesamten Ernährungs- und Lebensstil zusammenhängt als mit der Nutzung eines bestimmten Haushaltsgeräts. Entscheidend ist, stark verbrannte Lebensmittel zu vermeiden und sich ausgewogen zu ernähren“, erklärt er.

2. Ist die Zubereitung in der Airfryer immer gesünder als Frittieren in Öl?

Fakt. Die Ernährungswissenschaftlerin Paula Naomi Tujimoto vom Hospital Brasília Águas Claras erklärt, dass sich der Unterschied in der Praxis etwa bei Kartoffeln, paniertem Hähnchen und anderen Speisen zeigt, die traditionell in Öl ausgebacken würden.

„Weil wenig oder gar kein Öl verwendet wird, senkt die Airfryer die Menge an Fett, die den Speisen hinzugefügt wird. Das kann den Kaloriengehalt der Mahlzeiten reduzieren. Dieser Vorteil beruht jedoch auf der geringeren Ölmenge beim Garen und bedeutet nicht, dass das Lebensmittel automatisch gesünder wird – insbesondere bei industriell hergestellten und hochverarbeiteten Produkten“, sagt sie.

Die Expertin betont, dass hochverarbeitete Lebensmittel unabhängig von der Zubereitungsweise weiterhin viel Salz, Fett und Zusatzstoffe enthalten. „Der häufige Verzehr dieser Produkte wird unabhängig von ihrer Zubereitungsart mit einem erhöhten Risiko für Adipositas, Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Ihre Zubereitung in der Airfryer kann also die zusätzlich verwendete Fettmenge im Rezept verringern, verändert aber nicht ihre Nährstoffzusammensetzung“, erklärt sie.

3. Entstehen bei stärker verbrannten Lebensmitteln mehr potenziell schädliche Stoffe?

Fakt. Nach Angaben der Anvisa steigt die Acrylamidbildung tendenziell, je länger kohlenhydratreiche Lebensmittel Hitze ausgesetzt werden und je höher die beim Garen verwendete Temperatur ist. Deshalb wird empfohlen, übermässig gebräunte oder verbrannte Lebensmittel zu vermeiden. So sollte beispielsweise eine goldbraune Kartoffel oder ein goldbrauner Toast bevorzugt werden, statt die Speise sehr dunkel oder verkohlt werden zu lassen.

Bei Fleisch kann das Garen bei sehr hohen Temperaturen, besonders bei direktem Kontakt mit der Flamme, die Bildung potenziell schädlicher Substanzen begünstigen. Beim Grillen oder Braten von Fleisch sollte daher vermieden werden, dass es stark verbrennt oder verkohlt. Übermässig geröstete Stellen sollten vor dem Verzehr entfernt werden.

Nach Einschätzung der Ernährungsmedizinerin Paula Machado Guidi vom Hospital Samaritano Higienópolis können kleine Anpassungen bei der Zubereitung einen Unterschied machen. „Die Temperatur zu kontrollieren, die Garzeit zu verkürzen und eine Verkohlung der Lebensmittel zu vermeiden, hilft dabei, die Bildung des Stoffes zu minimieren, ohne die Qualität der Mahlzeit zu beeinträchtigen.“

4. Ist die Mikrowelle gesundheitsschädlich?

Mythos. Eine Mikrowelle arbeitet mit nicht ionisierender Strahlung, die ausschliesslich zum Erwärmen von Lebensmitteln dient. Anders als ionisierende Strahlung verändert sie weder die DNA noch macht sie Lebensmittel radioaktiv. „Wird das Gerät entsprechend den Herstellerhinweisen verwendet, gilt es als sicher. Wissenschaftliche Belege für einen Zusammenhang zwischen seiner Nutzung und einem erhöhten Krankheitsrisiko gibt es nicht“, erklärt die Ernährungsmedizinerin.

5. Zerstört die Mikrowelle sämtliche Nährstoffe in Lebensmitteln?

Mythos. Keine Zubereitungsart erhält alle Nährstoffe eines Lebensmittels vollständig. „Da die Mikrowelle meist weniger Wasser benötigt und kürzere Garzeiten erfordert, kann sie einige hitzeempfindliche Vitamine im Vergleich zu anderen Garmethoden besser bewahren. Die Auswirkungen auf den Nährwert hängen vor allem vom Lebensmittel, von Temperatur und Garzeit ab – nicht vom verwendeten Haushaltsgerät“, erläutert die Ernährungswissenschaftlerin Paula Naomi Tujimoto.

In der Praxis kann die Mikrowelle eine interessante Möglichkeit sein, Gemüse schnell zu garen oder zu erwärmen sowie bereits fertige Speisen aufzutauen und wieder zu erhitzen. Voraussetzung ist, dass geeignete Behälter wie Glasdosen verwendet und die Dauer der Hitzeeinwirkung kontrolliert wird. Auch gekochter Reis, Bohnen und bereits gegartes Fleisch können darin aufgewärmt werden, sofern die Lebensmittel korrekt gelagert und erhitzt werden.

Von Janaina Lira

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