Unter der Bezeichnung „Henry Schmitt Collection“ kommen sieben herausragende BMW – darunter ein Alpina – unter den Hammer. Die Mischung aus Straßen- und Rennfahrzeugen wird ab dem 19. Januar online über Stratas Auction versteigert.
Wer ist Henry Schmitt? Er besitzt nicht nur BMW San Francisco in den USA, sondern fährt auch selbst Rennen – selbstverständlich stets in BMW, ob modern oder historisch. Obwohl Schmitt bereits über 60 Jahre alt ist, tritt er weiterhin auf höchstem Niveau an: 2020 startete er mit einem BMW M6 GT3 in der GT World Challenge America.
Seine Verbindung zu BMW ist in vielerlei Hinsicht eng. Über die Jahre baute er eine Sammlung aus diversen Straßen- und Rennmodellen auf. In jüngerer Zeit ist diese bemerkenswerte Kollektion allerdings kleiner geworden, da Schmitt mehrere Fahrzeuge aus seinem Bestand versteigern lässt.
Bereits 2019 hatte er vier seiner Rennwagen durch RM Sotheby’s anbieten lassen. Nun stehen sieben weitere außergewöhnliche Exemplare zum Verkauf. Unabhängig von seinen Beweggründen eröffnet sich damit die seltene Gelegenheit, bei einzigartigen und raren Fahrzeugen „zuzugreifen“ – klicken Sie auf die Zwischentitel, um auf der Website von Stratas Auction alle Informationen zu den einzelnen Fahrzeugen aufzurufen.
1968 BMW 2002 ti Rally
Ein Rallye-BMW ist ungewöhnlich, doch solche Einsätze gab es durchaus. Der größte Erfolg eines BMW 2002 ti Rally war der Sieg bei der Rally de Portugal 1972, als Achim Warmbold am Steuer saß. Das nun versteigerte Exemplar ist zwar nicht jenes Fahrzeug, das diesen Rallyesieg errang, deshalb aber keineswegs weniger interessant.
Obwohl es sich um ein Wettbewerbsfahrzeug handelt, wurde dieser BMW 2002 ti Rally im Lauf der Zeit umfassend verändert – vom Antriebsstrang bis zum Fahrwerk. Dennoch darf er offiziell an historischen Motorsportveranstaltungen teilnehmen.
Versteigerung: 19. Januar 2021.
1969 BMW 2002 Race Car
Dieser BMW 2002 war trotz seiner heutigen Rennwagen-Auslegung nicht von Anfang an ein Wettbewerbsauto. Erst sein vorheriger Besitzer begann 2011 mit dem Umbau für Renneinsätze. Schmitt erwarb ihn 2013 und entwickelte ihn weiter. Zu den Änderungen gehören unter anderem ein Fünfganggetriebe mit kürzeren Übersetzungen sowie ein Differenzial aus einem BMW 320i (E30).
Versteigerung: 10. Februar 2021.
1974 BMW 3.5 CSL IMSA „Batmobile“
Der Star dieser BMW-Sammlung? Sehr wahrscheinlich. Dieses BMW 3.5 CSL „Batmobile“ mit der Fahrgestellnummer #987 gewann 1975 die 12 Stunden von Sebring. Brian Redman und Hans-Joachim Stuck teilten sich dabei unter anderem das Cockpit; ihre Unterschriften finden sich im Innenraum.
Anders als beim Straßenmodell 3.0 CSL (E9) wuchs der Reihensechszylinder des Rennwagens auf 3,5 l Hubraum (M49) und leistete bis zu 370 PS. Prägend für seinen Auftritt und den Beinamen „Batmobile“ ist jedoch das umfangreiche Aerodynamikpaket: ein fast über den Boden streifender Frontspoiler, Finnen über den vorderen Kotflügeln und ein gewaltiger Heckflügel.
Dieser CSL wurde nicht zum ersten Mal versteigert: Er gehörte zu den 2019 angebotenen Fahrzeugen, fand damals jedoch keinen Käufer. Ob er diesmal einen neuen Besitzer findet?
Versteigerung: 22. Januar 2021.
1975 BMW 3.5 CSL Continuation
Er könnte als „Bruder“ des oben genannten „Batmobile“ durchgehen, doch dieser BMW 3.5 CSL ist kein originaler Rennwagen. Laut historischen Unterlagen war seine Fahrgestellnummer zwar für einen Renn-CSL vorgesehen, dazu kam es jedoch nie. Nach dem Kauf hielt das Schmitt nicht davon ab, ihn mit Ersatzteilen anderer CSL in das ursprünglich geplante Wettbewerbsfahrzeug zu verwandeln.
Daraus erklärt sich die Bezeichnung „Continuation“: Das Auto versteht sich als eine Art Hommage an die originalen CSL. Vollständig den damaligen Vorgaben entspricht es allerdings nicht. Der Motor behält beispielsweise den originalen Block und die mechanische Einspritzung, besitzt nun aber einen Zylinderkopf mit vier Ventilen pro Zylinder. Das Ergebnis: 500 PS bei etwas mehr als 800 kg Gewicht!
Versteigerung: 21. Januar 2021.
1991 BMW Z1 Alpina RLE
Als eines von zwei Straßenfahrzeugen dieser Gruppe ist der BMW Z1 Alpina RLE (Roadster Limited Edition) ausgesprochen selten. Schon der zugrunde liegende Z1 – der erste Z von BMW – ist kein gewöhnliches Modell, denn es entstanden nur rund 8000 Exemplare. Alpinas Interpretation wurde sogar lediglich 66-mal gebaut: Die Hälfte ging nach Japan, die andere Hälfte blieb in Europa.
Alpina vergrößerte den Reihensechszylinder von 2,5 l auf 2,7 l, wodurch die Leistung von 170 PS im regulären Z1 auf 200 PS stieg. Hinzu kommen die typischen Alpina-Speichenräder, hier im 17-Zoll-Format. Dieses Exemplar mit der Nummer 28 hat weniger als 35.000 Kilometer zurückgelegt.
Versteigerung: 12. Februar 2021.
1995 BMW 850 CSi
Das zweite Straßenfahrzeug der Auktion ist ebenfalls ein seltener BMW 850 CSi; insgesamt wurden nur 1510 Stück produziert. Zwar war er nicht der erwartete M8, dafür bildete der 850 CSi die Spitze der ersten 8er-Reihe und verlieh dem luxuriösen Coupé der bayerischen Marke zusätzliche Schärfe. Unter der Motorhaube arbeitet ein 5,6 l großer V12-Saugmotor mit 380 PS.
Schmitt ist der zweite Eigentümer. Dieser 850 CSi verbrachte den größten Teil seines Lebens in Schweden, ehe Schmitt ihn kaufte und in die USA brachte. Der Kilometerzähler zeigt rund 60.000 Kilometer an.
Versteigerung: 11. Februar 2021.
2018 BMW M6 GT3
Zum Schluss geht es zurück auf die Rennstrecke – mit einem der, im wahrsten Sinn des Wortes, größten GT3-Fahrzeuge, die bislang antraten. Der BMW M6 GT3 wird auf den Rennstrecken durch den neuen M4 GT3 ersetzt; das zur Versteigerung stehende Exemplar stammt aus dem Jahr 2018.
Zugleich handelt es sich um ein sehr erfolgreiches Fahrzeug: Chassis Nr. 1621 wurde 2018 bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps Zweiter und ist der Rennwagen, mit dem Henry Schmitt in den USA in der GT World Challenge America antritt. Sein 4,4-V8 leistet 585 PS und hat bereits anspruchsvolle, schnelle 9100 km absolviert.
Versteigerung: 20. Januar 2021.
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