Bei der Einrichtung gerät die Decke häufig in den Hintergrund. Dabei kann sie die Gestaltung eines Raums entscheidend mitprägen. Eine Holzdecke ist eine Möglichkeit, diesen Bereich aufzuwerten: Sie verbindet Struktur, Charakter und Behaglichkeit. Früher vor allem mit Landhäusern und rustikalen Konzepten verbunden, findet das Material heute auch in zeitgenössischen Projekten seinen Platz und beweist seine Vielseitigkeit und Eleganz.
„Die Decke ist beim Planen fast immer eine vernachlässigte Fläche. Entscheiden wir uns jedoch für eine Holzdecke, erkennen wir, wie wichtig sie ist, um sämtliche Räume miteinander zu verbinden und eine deutlich wohnlichere Atmosphäre zu schaffen, als es eine gestrichene massive Deckenkonstruktion könnte“, erklärt der Architekt Eduardo Baldelomar.
Wann ist Holz die richtige Wahl?
Obwohl sie vielseitig einsetzbar ist, eignet sich eine Holzdecke nicht für jede Situation. Eduardo Baldelomar zufolge erzielt dieses Element besonders gute Ergebnisse in Räumen mit hoher Deckenhöhe oder dort, wo kühle Materialien wie Beton, Glas und Stein dominieren. „In sehr hohen Räumen oder bei kühleren Farben wirkt die Holzdecke als ausgleichendes Element: Sie nimmt Leerräume, Wärme und Behaglichkeit für alles auf, was sich darunter befindet“, erläutert er.
Wo Alltagstauglichkeit und geringer Pflegeaufwand im Vordergrund stehen, können Vinyl- oder PVC-Verkleidungen mit Holzoptik laut dem Architekten interessante Alternativen sein. Sie lassen sich schnell montieren, einfach reinigen und benötigen keine regelmässige Pflege. Darüber hinaus passt eine Holzdecke gut in Wohn- und Esszimmer, Schlafzimmer sowie Homeoffices, in denen eine behagliche Wirkung zum Gestaltungskonzept gehört.
Nach Ansicht von Eduardo Baldelomar sollte die Entscheidung für einen bestimmten Raum stets dessen Eigenschaften und die gewünschte Wirkung berücksichtigen und dabei Ästhetik, Funktionalität und Langlebigkeit vereinen.
Die Decke als Teil des Wohnkonzepts
Wie Bodenbeläge, Wandpaneele und Möbel trägt auch die Deckenverkleidung zur visuellen Sprache eines Hauses bei. Sie kann einheitlich gestaltet werden, indem ähnliche Farbtöne für eine durchgängige Optik gewählt werden, oder mit Kontrasten zwischen hellem und dunklem Holz bestimmte Elemente der Komposition hervorheben. „Ich mag es, wenn Decke, Schreinerarbeiten, Paneele und Möbel harmonieren, auch wenn sich ebenso ein Konzept mit dem Kontrast zwischen hellen und dunklen Hölzern gestalten lässt“, sagt Eduardo Baldelomar.
Seiner Auffassung nach ist es womöglich gerade die Verbindung zu natürlichen Elementen, die Holz so wohnlich wirken lässt. In einer Zeit, in der Wohnkonzepte das Wohlbefinden zu Hause fördern sollen, haben natürliche Materialien oder Oberflächen in ihrer Optik an Bedeutung gewonnen, weil sie Räume optisch komfortabler und einladender machen.
Neben der Gestaltung kann die Deckenverkleidung auch zum akustischen Komfort beitragen, wenn sie mit weiteren dafür geeigneten Lösungen kombiniert wird. Je nach verwendetem System kann sie helfen, den Nachhall zu verringern und Räume angenehmer zum Unterhalten, Fernsehen oder einfachen Ausruhen zu machen.
Holzfarben für die Holzdecke
Bei der Auswahl der Farbtöne sollten auch die Maserung und die jeweilige Holzart berücksichtigt werden. Eduardo Baldelomar erläutert:
- Helle Töne reflektieren natürliches Licht in der Regel besser und vermitteln mehr Leichtigkeit. Hölzer wie Eiche, Freijó und Tauari werden dafür häufig eingesetzt, da ihre Maserung dezenter ausfällt;
- Dunkle Töne verstärken den Eindruck von Behaglichkeit und Eleganz. Varianten wie Cumaru, Nussbaum und Imbuia schaffen Räume mit einer markanteren und anspruchsvolleren Wirkung. Bei Vinylverkleidungen werden diese Vorbilder ebenfalls oft nachgebildet, um unterschiedliche Einrichtungsstile abzudecken.
„Holz erinnert an ein Bauernhaus, an das Haus der Grosseltern. Es ist ein hochwertiges Material mit viel Bedeutung. Selbst wenn wir Produkte verwenden, die seine Optik nachbilden, bleibt dieses Gefühl erhalten“, betont der Architekt.
Zudem beeinflusst der gewählte Farbton, wie sich Licht im Raum verteilt: Helle Hölzer verstärken den natürlichen Lichteinfall, während dunkle Varianten einen Teil des Lichts aufnehmen und intimere Stimmungen erzeugen.
Und was ist mit einer Lamellendecke?
Bei diesem Thema weist Eduardo Baldelomar auf die Verlegeplanung hin. Noch bevor die Breite der Lamellen festgelegt wird, müssen die Raumabmessungen geprüft werden, damit möglichst wenige Stösse entstehen und die im Handel verfügbaren Längen optimal genutzt werden. Da die Leisten üblicherweise in Längen zwischen 3 und 6 Metern erhältlich sind, verringert eine gute Planung den Verschnitt, verbessert das Erscheinungsbild und lässt das Muster der Decke durchgehend wirken.
Montage und Pflege
Entgegen einer verbreiteten Annahme ist die Montage industriell gefertigter Deckenverkleidungen meist sehr unkompliziert. Moderne Systeme verwenden PVC-Profile, die das Befestigen sowie die Ausführung von Rundungen und Ausschnitten erleichtern und den Einbau schneller machen als viele herkömmliche Lösungen.
Ein weiterer Vorteil zeigt sich während der Nutzung. Während Naturholz regelmässige Pflege und die wiederholte Anwendung eines Schutzmittels benötigt, müssen Vinyldecken nur mit geeigneten Produkten gereinigt werden. Ölhaltige Substanzen, die die Oberfläche beeinträchtigen könnten, sollten dabei vermieden werden.
Letztlich gehört die Decke oft zu den letzten Entscheidungen eines Bauprojekts. Ist sie jedoch in das übrige Konzept eingebunden, steigert sie die räumliche Wirkung, ohne den anderen Elementen der Einrichtung die Aufmerksamkeit zu nehmen.
Von Emilie Guimarães
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