Zum Inhalt springen

Lonomia-Raupe: Die gefährliche Raupe Brasiliens erkennen

Person fotografiert eine stachelige Raupe auf Baumstamm, daneben geöffneter Erste-Hilfe-Kasten im Wald.

Eine einfache Berührung eines Baumstamms kann zu einem medizinischen Notfall werden. Gut in der Vegetation getarnt und fast immer in Gruppen anzutreffen, besitzt die Lonomia-Raupe Borsten, die ein Gift freisetzen können. Dieses beeinträchtigt die Blutgerinnung und kann in schweren Fällen innere Blutungen auslösen.

Warum ist die Lonomia-Raupe so gefährlich?

Lonomia gehört in Brasilien zu den medizinisch besonders bedeutsamen Raupenarten. Zu einem Unfall kommt es, wenn ihre festen Borsten die Haut berühren und Giftstoffe in den Körper gelangen. Je größer die betroffene Hautfläche und je mehr Raupen berührt wurden, desto höher kann die aufgenommene Giftmenge sein.

Von 2007 bis 2017 wurden im Land 42.264 Unfälle mit Lonomia registriert, darunter 248 schwere Fälle und fünf Todesfälle. Das Gift greift in die Gerinnungsmechanismen ein und kann Blutungen, akute Nierenschäden sowie intrakranielle Blutungen verursachen – insbesondere, wenn die medizinische Versorgung zu spät erfolgt.

Woran lässt sich eine Lonomia erkennen?

Die Raupe ist meist bräunlich-grün gefärbt, weist dunkle Streifen sowie helle U-förmige Zeichnungen auf ihrem Körper auf. Ihre hellgrünen Stacheln ähneln kleinen Tannenbäumen und unterscheiden sich von den langen Haaren anderer Raupen. Im weit entwickelten Stadium kann sie länger als fünf Zentimeter werden.

Ein weiteres wichtiges Merkmal ist ihr geselliges Verhalten. Tagsüber können Dutzende Raupen reglos und dicht gedrängt an Baumstämmen sitzen, weshalb sie leicht übersehen werden. Avocado-, Pfirsich- und Birnbäume gehören zu den Obstbäumen, die diesen Tieren als Unterschlupf dienen können.

Welche Symptome können nach dem Kontakt auftreten?

Zu den ersten Beschwerden zählen häufig brennende Schmerzen, Rötungen und Schwellungen an der betroffenen Stelle. Gefährlich ist, dass die lokalen Beschwerden nachlassen können, während die Vergiftung weiter fortschreitet. Einige Stunden später können Kopfschmerzen, Unwohlsein, Übelkeit, Bauchschmerzen oder blaue Flecken auftreten.

  • Blutungen am Zahnfleisch oder aus der Nase.
  • Blaue Flecken, die ohne erkennbaren Grund entstehen.
  • Blut im Urin, Erbrochenen oder beim Husten.
  • Schläfrigkeit, Verwirrtheit oder Bewusstseinsveränderungen.

Diese Anzeichen können auf eine Störung der Blutgerinnung hindeuten und erfordern sofortige medizinische Hilfe. Nierenversagen und intrakranielle Blutungen sind seltene, aber möglicherweise tödliche Komplikationen. Daher sollte nicht erst das Auftreten von Blutungen abgewartet werden, bevor eine medizinische Einrichtung aufgesucht wird.

Sehen Sie sich das vom YouTube-Kanal Ric spinola geteilte Video an, das die giftigste Raupe Brasiliens zeigt, die schwere Probleme verursachen kann.

Was ist nach dem Kontakt mit der Raupe zu tun?

Nach dem Kontakt sollte die Stelle vorsichtig mit Wasser und Seife gewaschen und schnellstmöglich ärztliche Hilfe gesucht werden. Während der Fahrt oder des Weges zur Behandlung kann eine kalte Kompresse die Schmerzen lindern. Reiben Sie die Haut nicht, legen Sie keine Abbindung an und tragen Sie keine Hausmittel auf die betroffene Stelle auf.

Versuchen Sie nicht, das Tier einzufangen oder erneut anzufassen. Lässt sich ein sicherer Abstand einhalten, kann ein Foto Fachkräften bei der Identifizierung der Raupe helfen. Gruppen, die in Stadtgebieten an Bäumen entdeckt werden, sollten dem kommunalen Zoonosen-Dienst gemeldet werden, damit sie fachgerecht entfernt werden können.

Schnelle Behandlung kann schwere Komplikationen verhindern

Die gezielte Behandlung erfolgt mit Antilonomia-Serum, das ausschließlich vom Instituto Butantan hergestellt und über das brasilianische öffentliche Gesundheitssystem kostenlos verteilt wird. Das Gegengift neutralisiert die Giftstoffe, die noch im Blut zirkulieren, und wirkt am besten, wenn es früh verabreicht wird.

Bevor Sie Bäume berühren, Früchte pflücken oder in Gärten und Obstplantagen arbeiten, kontrollieren Sie die Baumstämme sorgfältig und tragen Sie geeignete Schutzkleidung. Warten Sie bei jedem Kontakt mit einer unbekannten Raupe nicht ab, ob sich die Beschwerden verschlimmern. Suchen Sie unverzüglich medizinische Hilfe, denn ein rechtzeitig erkanntes Risiko kann ein Leben retten.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen