Die Bundesregierung plant für 2024 Kürzungen bei den Mitteln für die Batterie-Forschung und -Entwicklung. Hintergrund sind die allgemeinen Einsparungen, die für den Klima- und Transformationsfonds Deutschlands angekündigt wurden.
Wie das deutsche Wirtschaftsmagazin Wirtschaftswoche berichtet, fehlen dem Fonds rund 60 Milliarden Euro. Diese Ausgaben will die Bundesregierung reduzieren.
Daher bereitet sie vor, einen beträchtlichen Teil der bislang für Forschung und Entwicklung neuer Batterien vorgesehenen Investitionen zu streichen.
Was steht auf dem Spiel?
Die Bundesregierung muss derzeit eine schwerwiegende Haushaltskrise bewältigen, die zahlreiche Maßnahmen der deutschen Energiewende beeinträchtigt.
Laut der auf Wirtschaftsthemen spezialisierten Wirtschaftswoche könnten die Kürzungen für das deutsche Entwicklungsministerium 2024 bis zu 156 Millionen Euro erreichen. Davon wären bis zu 75 % der Mittel für Batterie-Forschung und -Entwicklung betroffen.
KLiB warnt vor Folgen für die Batterie-Forschung
Die KLiB-Allianz (Kompetenznetzwerk Lithium-Ionen-Batterien), die die deutsche Batterieindustrie vertritt, hat bereits auf die Entscheidung reagiert und gewarnt: „Die geplanten Kürzungen werden das Ende der deutschen Batterieforschung bedeuten, mit dramatischen Folgen für Deutschland als Technologiestandort“, heißt es in dem Schreiben der Allianz an Bundeskanzler Olaf Scholz, das der Wirtschaftswoche vorliegt.
KLiB weist zudem darauf hin, dass die deutsche Energiewende ohne Finanzierung von „nicht-europäischen Unternehmen“ abhängig werde. Die Grundlagen für ein souveränes deutsches Batterie-Ökosystem würden dadurch „zerstört“.
Neben Olaf Scholz richtete sich der Brief auch an Wirtschaftsminister Robert Habeck, Finanzminister Christian Lindner sowie Bildungs- und Entwicklungsministerin Bettina Stark-Watzinger. Darin erklärt die KLiB-Allianz außerdem, dass die von der Bundesregierung geplanten Kürzungen „etwa 75 % der Finanzierung (…) für die für 2024 und die Folgejahre geplante Batterieforschung“ beträfen.
Batterien als Grundlage der Klimaneutralität
Für die KLiB-Allianz steht außer Frage, dass „ohne Batterien die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft hin zur Klimaneutralität nicht erreicht werden kann“. Leistungsstarke Batterien seien unverzichtbar für „die Wettbewerbsfähigkeit von Elektrofahrzeugen, stationären Speichersystemen, Bussen, Lastwagen, Drohnen, Maschinen und Elektrofahrrädern“.
Gleichzeitig sorgt innerhalb der Wissenschaftsgemeinschaft für Kritik, dass die Bundesregierung weiterhin bereit ist, einen Technologiekonzern wie Intel oder den schwedischen Batteriehersteller Northvolt mit mehreren Milliarden Euro zu unterstützen.
Dies geschieht parallel zur angekündigten Verringerung der Investitionen für deutsche Universitäten, Forschungsinstitute und Start-ups, die unmittelbar an der Forschung zur Batterieentwicklung arbeiten.
Quelle: Wirtschaftswoche
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