Wir waschen unsere Hände, desinfizieren Einkaufswagen und wischen Tische im Café ab.
Doch wie sieht es mit unseren Smartphones aus? Wir berühren sie dutzendfach am Tag und nehmen sie überallhin mit – von der Küche über den Esstisch bis ins Badezimmer.
Auf Smartphones können zahlreiche potenzielle Krankheitserreger haften. Wann haben Sie Ihr Gerät zuletzt abgewischt – und womit?
Wer zu ungeeigneten Reinigungsmitteln oder Werkzeugen greift, kann die Schutzbeschichtungen des Smartphones abtragen, wasserabweisende Dichtungen beeinträchtigen oder sogar die Berührungsempfindlichkeit des Displays verändern.
Müssen Smartphones wirklich gereinigt werden?
Auf Touchscreens sammeln sich Fingerabdrücke und Schlieren. Das Display abzuwischen, hat daher sowohl optische als auch praktische Vorteile.
Ein weiterer Grund sind mögliche gesundheitliche Risiken. Wenn Mobiltelefone auf Mikroorganismen untersucht werden, entdecken Forschende zwangsläufig Hunderte Arten von Bakterien und Viren.
Nicht alle davon machen krank, doch eine Übertragung ist grundsätzlich möglich. Wir benutzen Smartphones auf der Toilette, halten sie anschliessend in Mundnähe, fassen sie beim Essen an und reichen sie in Besprechungen, Cafés, auf Partys und in Klassenräumen weiter.
Während Hände mehrmals täglich gewaschen werden können, werden Smartphones nur selten gründlich gereinigt – wenn überhaupt.
Wer sein Smartphone desinfizieren möchte, sollte dabei unbedingt vermeiden, es zu beschädigen.
Manche Reinigungsprodukte beschädigen Ihr Smartphone
Ein schnelles Abwischen mit Haushaltsreiniger oder Händedesinfektionsmittel mag wie eine praktische Methode wirken, um das Smartphone sauber zu halten. Viele dieser Produkte können jedoch die Oberfläche und die inneren Bauteile des Geräts mit der Zeit angreifen.
Apple und Samsung raten beispielsweise davon ab, Bleichmittel, Wasserstoffperoxid, Essig, Aerosolsprays, Glasreiniger oder Alkoholtücher mit hoher Konzentration (über 70%) für ihre Geräte zu verwenden.
Die meisten Smartphones besitzen eine oleophobe Beschichtung – einen dünnen Film, der Fingerabdrücke und Schlieren abweisen soll. Aggressive Chemikalien wie Alkohole, Aceton oder ammoniakhaltige Reiniger können diese Schicht entfernen. Dadurch wird das Display anfälliger für Verschmutzungen, und die Reaktion auf Berührungen kann nachlassen.
Essig, ein verbreitetes Hausmittel zur Desinfektion, kann wegen seines hohen Säuregehalts Kanten aus Aluminium oder Kunststoff angreifen. Bleichmittel und Wasserstoffperoxid wirken zwar sehr effektiv gegen Keime, sind aber ebenfalls zu aggressiv für die empfindlichen Materialien von Unterhaltungselektronik.
Tücher mit einem hohen Alkoholgehalt können Kunststoffe bei wiederholter Anwendung austrocknen und spröde machen.
Kurz gesagt: Ist ein Reiniger stark genug, um die Küchenarbeitsplatte zu desinfizieren, ist er für das Smartphone vermutlich zu scharf.
Wie reinige ich mein Smartphone richtig?
Die gute Nachricht: Das Smartphone korrekt zu reinigen, ist einfach und kostengünstig. Sie müssen lediglich die Empfehlungen grosser Hersteller beachten. Ziehen Sie ausserdem den Stecker und entfernen Sie Schutzhüllen sowie Zubehör, bevor Sie das Smartphone reinigen.
Die meisten Technologieunternehmen empfehlen für empfindliche Bereiche wie Lautsprechergitter und Ladeanschlüsse Tücher mit 70% Isopropylalkohol (nicht mehr), weiche Mikrofasertücher sowie antistatische Bürsten mit weichen Borsten aus Nylon, Pferdehaar oder Ziegenhaar.
Während der COVID-Pandemie überarbeitete Apple seine Reinigungshinweise: Clorox-Desinfektionstücher und 70% Isopropylalkohol dürfen bei iPhones verwendet werden, sofern sie vorsichtig eingesetzt werden. So lassen sich Schäden an der Displaybeschichtung vermeiden, ebenso wie Feuchtigkeit, die in das Gerät eindringen könnte.
Samsung gibt ähnliche Empfehlungen: Nutzende sollen ihr Smartphone mit einem leicht mit einer 70%igen Alkohollösung angefeuchteten Mikrofasertuch abwischen und dabei darauf achten, die Flüssigkeit nicht direkt auf Anschlüsse und Öffnungen aufzutragen.
Mit diesen Tipps versehentliche Schäden vermeiden
Sprühen Sie Flüssigkeit niemals unmittelbar auf das Smartphone. Feuchtigkeit kann in Anschlüsse und interne Komponenten gelangen und Kurzschlüsse oder Korrosion verursachen.
Auch das Eintauchen des Smartphones in irgendeine Reinigungslösung ist riskant – selbst bei wasserresistenten Modellen. Dichtungen, die das Eindringen von Wasser verhindern, etwa Gummidichtungen, Klebstoffe, Nanobeschichtungen und Silikonschichten, können mit der Zeit an Wirkung verlieren.
Verzichten Sie auf Küchenpapier, Taschentücher und raue Tücher. Sie können Kratzer auf dem Display hinterlassen oder Fusseln abgeben, welche die Öffnungen verstopfen.
Seien Sie zudem beim übermässigen Reinigen vorsichtig. Häufiges Wischen oder Schrubben kann Schutzbeschichtungen abnutzen und das Smartphone anfälliger für Fingerabdrücke, Schlieren und langfristige Oberflächenschäden machen.
Wie häufig sollte ich mein Smartphone reinigen?
Eine verbindliche Regel für die Reinigungshäufigkeit gibt es nicht. Bei normaler Nutzung erscheint es jedoch sinnvoll, das Smartphone mindestens einmal pro Woche gründlich abzuwischen.
Wenn Sie das Gerät regelmässig in Umgebungen mit erhöhtem Risiko mitnehmen, etwa in öffentliche Verkehrsmittel, Krankenhäuser, Fitnessstudios oder Badezimmer, sollten Sie es häufiger reinigen.
Wer Hygiene ernst nimmt, sollte nicht nur seine Hände säubern, sondern auch einen Gegenstand, den man täglich besonders oft berührt.
Bei falscher Reinigung kann das Gerät nach und nach Schaden nehmen. Richtig durchgeführt ist die Reinigung dagegen unkompliziert, preiswert und schnell erledigt.
Meena Jha, Head Technology and Pedagogy Cluster CML-NET, CQUniversity Australia
Dieser Artikel wurde von The Conversation unter einer Creative-Commons-Lizenz erneut veröffentlicht. Lesen Sie den Originalartikel.
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