Es sei denn, Sie leiden unter gesundheitlichen Problemen oder Ihre Wohnung ist unbewohnbar.
Klimaanlage während der Hitzewelle: Kosten und Nutzen
Es handelt sich um ein aussergewöhnliches Wetterereignis. Ende Mai wird Frankreich von einer extremen Hitzewelle getroffen. Angesichts dieser Lage denken viele Menschen darüber nach, zu Hause eine Klimaanlage installieren zu lassen. Sollte man dieser Versuchung nachgeben oder nicht? Die Antwort ist vielschichtig und erfordert, wie sich zeigen wird, einige wichtige Differenzierungen.
BFM verwies kürzlich auf eine Studie von Que Choisir aus dem Jahr 2025. Ihr zufolge steigen die Preise für die Installation von Klimaanlagen während einer Hitzewelle um 10 %. Es empfiehlt sich daher, das Ende der grössten Hitze abzuwarten.
Ein mobiles Monoblock-Klimagerät kann eine attraktive und insgesamt recht günstige Lösung sein. Zwar müssen dafür zwischen 300 und 600 Euro eingeplant werden, dafür kann die Raumtemperatur innerhalb weniger Minuten um fünf Grad sinken.
Allerdings fällt der Energieverbrauch bei grosser Hitze im Freien erheblich aus. Nach Angaben unserer Kolleginnen und Kollegen schlagen sich die Geräte mit rund 4 Euro täglich auf der Stromrechnung nieder – über den gesamten Sommer hinweg also mit einer beträchtlichen Summe.
Eine weitere Möglichkeit sind fest installierte Klimaanlagen mit Aussen- und Inneneinheiten. Sie werden von Fachleuten montiert, sind deutlich teurer, arbeiten aber auch effizienter. Nach Erhebungen der Zeitung Le Monde kostete diese Ausstattung 2024 zwischen 4.800 und 8.700 Euro, ohne Montage und Steuern. Einige berichten allerdings von deutlich niedrigeren Preisen, insbesondere dank Fördermitteln.
Der Weltklimarat (IPCC) hat diese Technologien bereits in seinen Berichten behandelt und hält fest: „Klimaanlagen können Risiken für den Einzelnen verringern, sind auf gesellschaftlicher Ebene jedoch schlecht geeignet.“
Welche Alternativen gibt es zur Klimaanlage?
Für einzelne Bewohnerinnen und Bewohner kann die Installation einer Klimaanlage aus Komfortgründen, aus gesundheitlichen Gründen oder sogar zum Überleben eine vernünftige Entscheidung sein. Auf gesellschaftlicher Ebene zieht sie jedoch durchaus negative Folgen nach sich.
Dazu zählt nach Angaben unserer Kolleginnen und Kollegen der Stromverbrauch, der Treibhausgasemissionen verursacht. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) trug er 2024 erheblich zum Anstieg der Emissionen im Energiesektor bei. Das galt besonders für Indien, China und die Vereinigten Staaten, wo zur Deckung des Bedarfs Wärmekraftwerke eingesetzt wurden. In Frankreich ist die Situation etwas anders, da der Energiemix zu einem grossen Teil auf Kernenergie beruht.
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In Frankreich bereiten vor allem die Kältemittel Sorgen. Diese Gase besitzen ein besonders hohes Erwärmungspotenzial, können aus Geräten austreten und in die Atmosphäre gelangen. Dank strengerer Vorschriften und veränderter Praktiken wurden zwar Fortschritte erzielt. Dennoch machten sie 2022 2,4 % der nationalen Emissionen aus; 82 % davon entfielen auf die Bereiche Kühlung und Klimatisierung zusammen.
Klimaanlagen verstärken städtische Wärmeinseln
Zudem verschärft Klimatisierung das Phänomen städtischer Wärmeinseln. Städte speichern wegen der dichten Bebauung und versiegelter Böden ohnehin mehr Wärme als ländliche Gebiete. Dadurch liegen die Temperaturen spürbar höher, insbesondere nachts. Klimaanlagen verstärken diesen Effekt zusätzlich.
Als Reaktion auf diese Nachteile sprechen sich Organisationen wie die Stiftung für den Wohnraum benachteiligter Menschen für Alternativen aus, etwa für die Ausstattung sämtlicher Wohnungen mit Deckenventilatoren. Sie verbrauchen wesentlich weniger Energie und senken dennoch die gefühlte Temperatur in Innenräumen. Auch eine energetische Sanierung von Gebäuden kann den Wohnkomfort im Winter wie im Sommer deutlich erhöhen, indem sie sowohl Hitze als auch Kälte verringert.
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