Vier motorisierte Räder, ein 3D-LiDAR mit 360-Grad-Scan, zwei KI-gesteuerte Kameras, Steigungen bis 80 % und 40 cm Schnittbreite dank zweier Mähscheiben: Mit seinem überbordenden Datenblatt verfolgt der kabellose Mähroboter Dreame A3 AWD Pro nur ein Ziel. Er ist für riesige, steile und unebene Gärten bis 5.000 m² gedacht, bei denen die meisten anderen Roboter kapitulieren. Unser Urteil nach drei Monaten Mähen.
Mehr als drei Monate – so lange haben wir den A3 AWD Pro 5000 getestet. Einen Mähroboter kann man schließlich nicht innerhalb einer Woche seriös bewerten, erst recht kein so hochpreisiges Modell wie den jüngsten Dreame-Spross. Diese lange Testdauer passt zudem gut zur Strategie der Marke in dieser Kategorie.
Während Dreame den Markt jedes Jahr mit Akku-Staubsaugern und Saugrobotern versorgt, geht das Unternehmen bei Gartenprodukten deutlich zurückhaltender vor. Damit schlägt es einen anderen Weg ein als Navimow oder Mova, deren Sortimente jeden Frühling um mehrere Modelle wachsen. Seit dem Einstieg in dieses Segment 2024 setzt Dreame nämlich auf die Oberklasse und bringt jährlich nur eine Modellfamilie. Nach dem A1 im Jahr 2024 und dem A2 im vergangenen Jahr, der uns bereits stark beeindruckt hatte, folgt nun der A3 – Dreames erster Allradler.
Die A3-Serie ist in zwei Varianten für 3.500 beziehungsweise 5.000 m² erhältlich und kostet 2.599 beziehungsweise 2.999 Euro. Damit bewegt sie sich an der Grenze zu semiprofessionellen Geräten für Hotels oder Landschaftsgärtner. Der A3 AWD Pro gehört folglich zu den ambitioniertesten Mährobotern, die Privatpersonen derzeit kaufen können.
Ganz ehrlich: Nur wenige Gärten in Deutschland benötigen ein solches Aufgebot. Dieser Roboter richtet sich an außergewöhnliche Grundstücke mit großen Flächen, Höhenunterschieden, Bäumen, Wurzeln und anspruchsvollen Böden. Anders gesagt: Er will eine Trail-Strecke in einen Golfplatz verwandeln. Dieser ausführliche Test klärt, ob der mutige Anspruch aufgeht.
Ein 24-kg-Schwergewicht in weniger als zwei Stunden eingerichtet
Außergewöhnlich: Mit 74 cm Länge und 23,9 kg Gewicht spielt dieser Mähroboter klar in der Schwergewichtsklasse. Die erhöhte Bodenfreiheit, die mit dicken Kunststoffverstärkungen geschützten Seiten und der breite Stoßfänger verleihen ihm tatsächlich das Erscheinungsbild eines Rallye-Autos.
Nach diesem ersten Eindruck geht die Einrichtung überraschend zügig vonstatten. Bei diesem Preisniveau steht selbstverständlich keine Antenne im Rasen herum: Der A3 AWD Pro arbeitet vollständig kabellos. Nach den üblichen Verbindungen per Bluetooth und WLAN nimmt letztlich die Kartierung die meiste Zeit in Anspruch.
Das Anlegen der Begrenzungen ist clever gelöst. Zunächst führten wir unseren A3 über den virtuellen Joystick, doch während der Fahrt erkannte er die Ränder des Rasens selbstständig und schlug vor, die Aufzeichnung automatisch fortzusetzen. Für einen recht rechteckigen Bereich überließen wir ihm diese Aufgabe – und das Ergebnis war überzeugend.
Ein weiterer Vorteil: Die Karte lässt sich sehr detailliert gestalten. Rund 15 Arten von Sperrzonen stehen zur Auswahl, darunter Pools, Trampoline und Gemüsebeete, während sich Verbindungskorridore ausgesprochen einfach einzeichnen lassen. Unser verwinkeltes Grundstück mit rund 855 m² erforderte lediglich zwei Stunden für die Einrichtung. Wer die maximale Fläche von 5.000 m² ausschöpft, muss natürlich mehr Zeit einplanen. Dank der intuitiven Kartierung dürfte jedoch ein guter Teil eines Sonntags genügen.
Der Dreame A3 AWD Pro als echter 4×4 für fast jedes Gelände
Optisch prägen vor allem die Räder den A3 AWD Pro und seinen unverwechselbaren Charakter. Hinten sitzen große, grobstollige Räder, vorne dagegen ein deutlich ungewöhnlicheres Paar: zwei omnidirektionale Räder mit einem Kranz schräg angeordneter Rollen. Diese in der Branche seltene Konstruktion erleichtert seitliche Bewegungen und Manöver.
Noch eine Neuerung hebt dieses Modell vom A2 mit seinen zwei angetriebenen Rädern ab. Hier arbeitet ein Allradantrieb: Jedes der vier Räder besitzt einen eigenen, in die Nabe integrierten Motor. So kann sich der A3 AWD Pro auf der Stelle drehen und enge Kurven bewältigen – trotz seiner stattlichen Abmessungen.
Auf unterschiedlichsten Untergründen erfüllt diese Beweglichkeit ihre Versprechen. Lockerer Boden an Mauern oder rund um Bäume mit kräftigen Wurzeln, normalerweise klassische Fallen, brachte ihn nie zum Stillstand. Während der drei Monate mussten wir ihn kein einziges Mal aus einer misslichen Lage befreien. Dasselbe gilt für Unebenheiten: Der Roboter klettert über große Zierkiesel und bewältigt Übergänge zwischen Rasen und Terrassen, ohne steckenzubleiben. Seine großzügige Bodenfreiheit und die Überwindungshöhe von 5,5 cm helfen dabei erheblich.
Einige Einschränkungen gibt es dennoch. Am Tag nach starkem Regen können die Räder auf aufgeweichtem Boden gelegentlich durchrutschen. Leider bietet die App keine spezielle Traktionshilfe, etwa indem sich der Antrieb bei Bedarf vorübergehend begrenzen ließe.
In solchen Situationen hinterlassen die vorderen Rollen Spuren in empfindlichen Bereichen. Das ist in erster Linie ein optisches Problem, sollte aber erwähnt werden. Steigungen von 80 %, wie Dreame sie verspricht, gab es auf unserem Grundstück nicht. Unsere Senken und Erhebungen stellten den Roboter allerdings nie vor Schwierigkeiten.
LiDAR als Orientierung, zwei Scheiben für den Rasenschnitt
Während der drei Testmonate blieb der A3 AWD Pro nicht nur nie stecken, sondern verlor auch nie die Orientierung. Das galt sogar für den schmalen, schattigen Weg zwischen zwei unserer Zonen. Dafür arbeiten drei scharfe Augen zusammen: ein 3D-LiDAR, das die Umgebung mit 360 Grad und bis zu 70 m Reichweite abtastet, sowie zwei KI-gesteuerte Kameras.
Dieses Trio namens OmniSense 3.0 bildet den Garten dreidimensional nach und ermöglicht dem Roboter, sich anhand seiner direkten Umgebung zu orientieren. Das ist eine sinnvolle Entscheidung, denn Modelle mit Satellitenpositionierung verlieren unter dichtem Blätterdach oder entlang einer Mauer mitunter ihre Position. Die präzise Umfelderfassung kommt außerdem der Hinderniserkennung zugute.
Wir stellten ihm zahlreiche Fallen, darunter einen quer über seinen Weg gelegten Gartenschlauch. Ohne Erfolg: Er erkannte ihn jedes Mal und fuhr darum herum. Auch bei der Mähleistung trumpft der A3 AWD auf. Unter dem Gerät verbergen sich zwei schwimmend gelagerte Scheiben mit jeweils drei Klingen. Zusammen ergibt das eine Schnittbreite von 40 cm – fast doppelt so viel wie bei klassischen Mittelklasse-Robotern wie dem Navimow i208 LiDAR.
Die Scheiben folgen Bodenunebenheiten und halten damit eine gleichmäßige Schnitthöhe, die sich zwischen 3 und 10 cm einstellen lässt. Das Resultat ist sehr gleichmäßig – sowohl bei frischem, hohem Gras als auch bei den kleineren Auffrischungsschnitten nach der Hitzeperiode der vergangenen Wochen. Für die Rasenkanten ist EdgeMaster 2.0 zuständig. Dieses System verschiebt die Scheiben seitlich, um bis auf weniger als 3 cm an die Begrenzungen heranzumähen.
Das Ergebnis ist ausgezeichnet und macht einen manuellen Rasentrimmer beinahe überflüssig. Für besonders schwer zugängliche Stellen bietet die App sogar einen manuellen Mähmodus: Dann wird der A3 zum ferngesteuerten Mäher.
Kaum eine App ist vollständiger ausgestattet
Was dem Hersteller bei Haushaltsgeräten seinen guten Ruf eingebracht hat, bestätigt sich auch im Garten. In ihrer Version für Mähroboter überzeugt Dreamehome gleichermaßen mit Übersichtlichkeit und Funktionsumfang.
Die Schnitthöhe lässt sich in 0,5-cm-Schritten einstellen. Hinzu kommen drei Arbeitsgeschwindigkeiten, die Ausrichtung der Bahnen, Kreuz- oder Schachbrettmuster, separate Einstellungen für jede Zone, saisonale Programme, Regenschutz, die Rückkehr zur Station bei Temperaturen unter 6 °C sowie eine reduzierte Geschwindigkeit in der Nacht. Sogar für tief hängende Äste gibt es eine Funktion, die dem Roboter vorgibt, sie zu ignorieren. Das ist auf den schmalen Wegen zwischen unseren Bereichen willkommen, denn die meisten Roboter bleiben dort abrupt stehen, weil sie Ansammlungen von Ästen als unüberwindbares Hindernis einstufen.
Zusätzlich zeigt sich Dreame großzügig und legt die 4G-Konnektivität für drei Jahre kostenlos bei. Danach kostet die Verlängerung dieses Komforts 50 Euro pro Jahr. Damit muss man nicht zu Hause sein, um den Roboter zu bedienen: Er lässt sich von überall steuern, seine Position in Echtzeit verfolgen, und bei Anheben des Geräts oder erkannter Präsenz im Garten trifft eine Warnmeldung ein.
Für einen Live-Stream der integrierten Kamera benötigt der Roboter allerdings zwingend eine WLAN-Verbindung. Das ist nicht ungewöhnlich, doch Besitzer sehr großer Gärten werden für die Überwachung entlegener Grundstücksbereiche aus der Ferne in einen Repeater investieren müssen.
Lange Ladezeit passend zur guten Akkulaufzeit
Mit seinem 10-Ah-Akku ist der A3 AWD für lange Mähtage gerüstet. Die Hauptzone unserer Karte mit 415 m² erledigte er stets in etwa zwei Stunden ohne Unterbrechung. Dabei verließ der Roboter seine Station jeweils voll geladen und kehrte mit 50 bis 60 % Akkustand zurück.
Aus diesen Messwerten ergibt sich eine mögliche Flächenleistung von 800 bis 900 m² pro Ladung, bevor er selbstständig zur Station zurückkehrt. Diese Einschätzung haben wir anschließend unter realen Bedingungen bestätigt. Beim Mähen unseres gesamten Grundstücks von 855 m² schaffte der Roboter die Arbeit fast immer in einem Durchgang. Zwei- oder dreimal blieben lediglich kleine 50 bis 80 m² übrig. Die Abweichung hängt hauptsächlich von den Mähoptionen und der Hindernisbewältigung ab.
Hochgerechnet auf 5.000 m² sind knapp 24 Stunden Mähzeit einzuplanen, zu denen fünf bis sechs Ladevorgänge kommen. Insgesamt ergibt sich damit ein Zeitfenster von 34 bis 36 Stunden. Je nach Gelände-Komplexität und gewählter Geschwindigkeit kann dieser Wert variieren, liefert aber bereits eine gute Vorstellung vom Aufwand in XXL-Gärten.
Die Pflege des A3 AWD Pro gestaltet sich zum Schluss recht unkompliziert. Dank IPX6-Zertifizierung lassen sich Gehäuse und Mähdecks mit dem Wasserschlauch abspülen. Anschließend genügt eine Bürste, um angesammelte Erde von den Rädern zu entfernen. Die Verfügbarkeit bestimmter Ersatzteile wirft allerdings eher Fragen auf. Zum Zeitpunkt dieses Tests führte der Shop im Wesentlichen Messer, ein Reinigungsset und eine Garage für 249 Euro.
Weder Akku noch Räder waren dort einzeln erhältlich. Bei einem Roboter dieser Preisklasse sollten sie aber unbedingt problemlos austauschbar sein.
Unser Urteil zum Mähroboter Dreame A3 AWD Pro 5000
Nach mehr als drei Monaten im Einsatz fällt es schwer, den A3 AWD Pro 5000 nicht zu loben. Sein Allradantrieb verhindert, dass er an Wurzeln, Senken oder schwierigen Steigungen hängen bleibt. LiDAR und die beiden Kameras sorgen zugleich für präzise Navigation, ohne dass er sich jemals verirrt. Die Schnittbreite von 40 cm liefert einen sauberen Rasenschnitt und ordentliche Kanten. Auch die Akkulaufzeit ist ebenso großzügig wie die Liste der Einstellmöglichkeiten in der App.
Vollkommen fehlerfrei ist er jedoch nicht. Seine omnidirektionalen Räder hinterlassen auf durchnässtem Boden Spuren, das Gewicht von 24 kg erschwert die selten nötigen manuellen Eingriffe, und Ersatzteile sind bislang nur eingeschränkt verfügbar. Bei einem Gerät für 2.999 Euro hätte man zudem fast erwarten können, dass die Stationsgarage zum Lieferumfang gehört. Das sind zwar Details, bei diesem Preis aber berechtigte Kritikpunkte.
Am Wesentlichen ändern sie nichts: Dieser Roboter wurde nie für gewöhnliche Gärten entwickelt. Seine Zielgruppe sind große, unebene Grundstücke mit Steigungen, engen Durchgängen und unregelmäßigen Böden – also Gärten, an denen Einsteiger- und Mittelklassemodelle schnell scheitern.
Genau dort hat Dreame seine stärkste Karte. Zwar gibt es zwischen 800 und 2.000 Euro zahlreiche Modelle, darüber hinaus wird die Auswahl jedoch deutlich kleiner. Die direkten Rivalen des A3 AWD Pro lassen sich daher an einer Hand abzählen.
Der Mammotion Luba 3 AWD für 3.199 Euro ist die ähnlichste Alternative. Seine Navigation kombiniert allerdings LiDAR und NetRTK, wodurch sie auf eine gute 4G- oder WLAN-Abdeckung angewiesen ist. Der Navimow X450 für 3.199 Euro setzt ebenfalls auf Satellitenpositionierung und bietet mit 43 cm sogar eine größere Schnittbreite.
Der RockMow Z150 für 3.499 Euro hebt sich schließlich durch eine Überwindungshöhe von 8 cm und lenkbare Vorderräder ab, ist dafür aber ebenfalls vom RTK-Signal abhängig. Der A3 AWD Pro ist nicht nur das günstigste Modell dieser Gruppe, sondern auch das einzige mit vollständig integrierter Navigation. Auf besonders schwierigen Grundstücken ist genau das vermutlich sein eigentlicher Luxus.
Dreame A3 AWD Pro 5000
2.999 Euro
9.1
| Kategorie | Wertung |
|---|---|
| Installation | 9.0/10 |
| Navigation und Hinderniserkennung | 9.5/10 |
| Qualität des Rasenschnitts und der Kanten | 9.0/10 |
| App und Optionen | 9.5/10 |
| Akkulaufzeit und Laden | 8.5/10 |
Das gefällt uns
- 4×4-Allradantrieb für zuverlässige Traktion
- Vollständig integrierte und äußerst präzise Navigation (LiDAR + 2 KI-Kameras)
- Breiter, gleichmäßiger Rasenschnitt und saubere Kanten
- Hervorragende Verarbeitungsqualität
- Gute Akkulaufzeit für große Flächen von 800 m²
Das gefällt uns weniger
- Spuren der vorderen Rollen auf durchnässtem Boden
- Keine integrierte Option gegen Durchdrehen der Räder
- Ersatzteile wie Akku und Räder noch nicht erhältlich
- Video-Livebild nur per WLAN
- Stationsgarage für 249 Euro als Zubehör
Dreame A3 AWD Pro 5000 kaufen
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