Wer im Februar, März, April oder sogar noch im Mai etwas Arbeit in den Boden investiert, darf sich im Hochsommer über Farben, Düfte und eine üppige Blütenpracht freuen. Entscheidend sind mehrjährige Sommerblüher aus Zwiebeln, Knollen oder Rhizomen: Sie können Jahr für Jahr erneut austreiben, statt wie typische Saisonpflanzen nur kurz zu blühen.
Warum eine Pflanzung jetzt den Sommer völlig verändert
Bei Blumenzwiebeln denken viele zunächst an Tulpen und Narzissen, die im Herbst in die Erde kommen. Für einen eindrucksvollen Auftritt im Sommer sind jedoch andere Pflanzen zuständig: Amaryllis, Dahlien, Cannas, Lilien & Co. werden im Frühjahr gepflanzt und entwickeln sich innerhalb weniger Wochen prächtig.
Diese Frühlingspflanzung bringt dir noch im selben Jahr ein volles Blütenfeuerwerk – und je nach Art über mehrere Saisons hinweg.
Ein Pluspunkt dieser Zwiebel- und Knollenpflanzen: Im Handel wurden sie meist bereits kühl gelagert. Die erforderliche Kältephase ist somit erledigt, sodass nur noch ein frostfreier Pflanztermin abgewartet werden muss. Wer von Februar bis Ende Mai pflanzt, kann gewöhnlich passend zur Hochsommerzeit mit kräftigem Wachstum rechnen.
Dabei zählt vor allem eines: Staunässe darf nicht entstehen. Das Substrat sollte locker, wasserdurchlässig und niemals dauerhaft feucht sein, da die Zwiebeln sonst schnell faulen. Bei Kübeln sorgt eine Drainageschicht aus Blähton oder Kies für Abhilfe.
Frühlingszwiebeln richtig pflanzen
Ganz gleich, ob es sich um Zwiebeln, Knollen, Rhizome oder Korm handelt: Die einzelnen Pflanzschritte sind nahezu identisch.
- Ein Pflanzloch ausheben, das etwa zwei- bis dreimal so tief wie die Zwiebel hoch ist
- Die Zwiebel mit der Spitze nach oben in das Loch setzen
- Mit feiner Erde bedecken und behutsam festdrücken
- Angießen, damit Zwiebel und Erde guten Kontakt erhalten
Bei der Topfpflanzung wird zuerst die Drainage eingefüllt, gefolgt von einer Lage hochwertiger Blumenerde. Knollen dürfen vergleichsweise eng stehen, damit Balkonkästen und Kübel später besonders dicht und üppig wirken.
Die 10 besten Sommerblüher zum Pflanzen bis Ende Mai
Mit diesen zehn bewährten Pflanzen schaffst du die Grundlage für einen Sommer, der mehr zu bieten hat als klassische Geranienkästen.
1. Amaryllis (Hippeastrum) – exotischer Blickfang an warmen Standorten
Die vor allem als Zimmerpflanze bekannte Amaryllis eignet sich ebenfalls für draußen. Sie bevorzugt Sonne, Wärme und einen durchlässigen Boden. Ihre großen, trichterförmigen Blüten wirken auf der Terrasse oder in einem geschützten Beet besonders elegant.
Im Kübel ist die Zwiebel einfacher zu schützen: Im Herbst wird sie trocken ins Haus geholt, kühl, aber frostfrei überwintert und im Frühjahr wieder nach draußen gestellt.
2. Anemonen – leichte Blütenwolken
Anemonen bilden im Beet oder Kübel einen regelrechten Blütenteppich. Ihre zarten, häufig ungefüllten Blüten scheinen über dem feinen Laub zu schweben und eignen sich hervorragend für den Vordergrund sowie zum Füllen von Lücken.
Die kleinen Knollen sollten vor dem Setzen einige Stunden in lauwarmem Wasser quellen. Dadurch treiben sie zuverlässiger aus. Ein halbschattiger Standort ist dafür vollkommen ausreichend.
3. Knollenbegonien – intensive Farben für Schattenplätze
Für schattige Bereiche, Nordbalkone oder Flächen unter Bäumen sind knollenbildende Begonien kaum zu übertreffen. Sie benötigen wenig direkte Sonne und blühen dennoch über viele Monate hinweg.
Die Knollen werden im Frühjahr flach eingesetzt, wobei die eingedellte Seite nach oben zeigen muss. Im Herbst gräbt man sie aus, lagert sie trocken und startet im folgenden Jahr erneut.
4. Caladium – spektakuläre Blätter statt Blüten
Caladien überzeugen nicht in erster Linie durch Blüten, sondern durch ihr Laub: herzförmig, gesprenkelt und in Rosa, Weiß oder Grün gefärbt – oft wirkt es regelrecht gemalt. Sie passen ideal auf halbschattige Terrassen und schattige Balkone.
Die Knollen benötigen Wärme. Deshalb werden sie erst gepflanzt, wenn die Nächte dauerhaft mild bleiben. Über den Winter lagern sie trocken und frostfrei im Haus.
5. Canna – tropische Wirkung im Beet
Cannas erinnern mit ihren großen, markanten Blättern an Bananenstauden; darüber erscheinen auffällige, farbige Blütenähren. Sie mögen einen vollsonnigen Platz, viel Wasser und eine gute Nährstoffversorgung.
Viele Gartenbesitzer pflanzen die Wurzelstöcke unmittelbar ins Beet. In kälteren Regionen empfiehlt es sich, sie im Herbst auszugraben und frostfrei zu überwintern.
6. Crocosmia – leuchtende Akzente in Orange und Rot
Crocosmien bringen mit ihren schmalen, gebogenen Blütenrispen in Orange oder Rot Dynamik ins Staudenbeet. Besonders stimmig wirken sie neben Gräsern oder vor dunklen Hecken.
In milden Lagen dürfen die Knollen im Boden bleiben. Eine Mulchschicht bietet zusätzlichen Schutz bei strengem Frost.
7. Dahlien – bewährte Klassiker für üppige Beete
Für viele Hobbygärtner gehören Dahlien einfach dazu. Das Spektrum reicht von einfachen, bienenfreundlichen Varianten bis hin zu riesigen Pomponblüten. Wenn Verblühtes regelmäßig entfernt wird, blühen sie den ganzen Sommer über.
Die Knollen dürfen erst gepflanzt werden, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Im Spätherbst werden sie ausgegraben, trocken gelagert und im Folgejahr erneut gesetzt – das erspart den jährlichen Neukauf.
8. Gladiolen – perfekt als Schnittblumen
Gladiolen bilden hohe, elegante Blütenstände und eignen sich ausgezeichnet für Blumensträuße. Im Beet setzen sie klare, grafische Akzente.
Wer im Abstand von zwei Wochen weitere Knollen pflanzt, verlängert die Blütezeit deutlich. Auf diese Weise öffnen sich die Blütenähren nacheinander bis weit in den Spätsommer.
9. Lilien (Lilium) – eleganter Duft für den Garten
Lilien sind verlässliche Gartenpflanzen. Wurden sie einmal richtig gesetzt, können ihre Zwiebeln viele Jahre im Boden verbleiben. Zahlreiche Sorten duften intensiv und sind daher in der Nähe von Terrassen oder Sitzplätzen besonders passend.
Sie bevorzugen sonnige bis halbschattige Plätze, an denen die Wurzeln eher kühl stehen, während die Blüten Sonne bekommen. Eine Pflanzung zwischen niedrigen Stauden ist deshalb ideal.
10. Tuberosen – Abendduft auf der Terrasse
Tuberosen gelten hierzulande noch als echter Geheimtipp. Ihre schlanken Blütenstände wirken zunächst unauffällig, entwickeln am Abend jedoch einen enormen Duft.
Die Knollen brauchen warme, geschützte Standorte, etwa in Kübeln neben dem Sitzplatz. Im Herbst werden sie wieder ausgegraben und frostfrei gelagert.
Welche Zwiebel eignet sich für welchen Standort?
Die passende Standortwahl holt deutlich mehr aus den Pflanzen heraus. Zur groben Orientierung hilft diese Einteilung:
| Standort | Geeignete Pflanzen | Besonderer Vorteil |
|---|---|---|
| Volle Sonne im Beet | Canna, Dahlien, Crocosmia, Gladiolen, Lilien, Tuberosen | Hohe, farbige Kulisse, gut für Insekten |
| Sonniger Balkon / Terrasse | Dahlien, Gladiolen, Amaryllis, Canna | Üppige Kübel, viele Schnittblumen |
| Halbschatten / Schatten | Knollenbegonien, Caladium, Anemonen | Bringen Licht in dunkle Ecken |
Sommerzwiebeln sicher überwintern
Viele der genannten Arten stammen aus wärmeren Gegenden und überstehen unsere Winter nur eingeschränkt. Wer die Pflanzen behalten möchte, sollte im Herbst systematisch vorgehen:
- Die oberirdischen Pflanzenteile nach dem ersten Frost zurückschneiden
- Knollen vorsichtig ausgraben und überschüssige Erde abschütteln
- Mehrere Tage an einem luftigen Ort trocknen lassen
- In Kisten mit etwas Zeitungspapier oder trockener Erde lagern
- Dunkel, frostfrei und eher kühl aufbewahren
Lilien sowie Crocosmien, je nach Region, können im Boden bleiben, sofern der Standort nicht zu feucht ist. Eine Mulchdecke aus Laub oder Rindenkompost bietet zusätzlichen Schutz.
Praktische Tipps für Balkonbesitzer und seltene Gießer
Wer wenig Zeit hat, sollte große Töpfe wählen. Je größer das Erdvolumen, desto seltener ist Gießen nötig. Werden unterschiedliche Zwiebeln in einem Kübel kombiniert, entstehen abwechslungsreiche Höhen und Blütezeiten – beispielsweise Anemonen unten, Dahlien in der Mitte und Gladiolen im Hintergrund.
Flüssigdünger im Gießwasser alle zwei Wochen oder ein Langzeitdünger direkt beim Pflanzen genügt in den meisten Fällen. Fehlen Nährstoffe, fallen sowohl Blüten als auch Wuchs deutlich schwächer aus.
Was bei Blumenzwiebeln oft unterschätzt wird
Sommerzwiebeln gelten häufig als „kompliziert“, weil sie im Herbst wieder ausgegraben werden sollen. Tatsächlich lohnt sich der überschaubare Aufwand: Viele Knollen werden im Laufe der Jahre größer, können geteilt werden und sorgen dadurch nahezu kostenlos für neue Pflanzen.
Mit Kindern lässt sich das gemeinsame Pflanzen als kleines Ritual der Saison gestalten. Der sichtbare Wandel vom kahlen Beet zur blühenden Wand wirkt noch eindrucksvoller, wenn man selbst Hand angelegt hat – genau darin liegt der besondere Reiz dieser Pflanzaktion im Frühjahr.
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