Wer zwischen Februar und Mai etwas Zeit in die Gartenarbeit investiert, kann sich im Hochsommer über intensive Farben, Düfte und eine üppige Blütenpracht freuen. Entscheidend sind mehrjährige Sommerblüher aus Zwiebeln, Knollen oder Rhizomen: Sie können Jahr für Jahr erneut wachsen, statt wie klassische Saisonpflanzen nur kurz zu blühen.
Warum das Pflanzen im Frühling den Sommer verändert
Bei Blumenzwiebeln denken viele zunächst an Tulpen und Narzissen, die im Herbst in die Erde kommen. Für eine eindrucksvolle Blüte im Sommer sind jedoch andere Pflanzen zuständig: Amaryllis, Dahlien, Cannas, Lilien & Co. werden im Frühjahr gesetzt und entwickeln sich innerhalb weniger Wochen prächtig.
Diese Frühlingspflanzung bringt dir noch im selben Jahr ein volles Blütenfeuerwerk – und je nach Art über mehrere Saisons hinweg.
Ein Pluspunkt dieser Zwiebel- und Knollenpflanzen: Im Handel wurden sie meist bereits kühl gelagert. Die notwendige Kältephase ist also schon erledigt, sodass du lediglich einen frostfreien Pflanzzeitpunkt abwarten musst. Wer von Februar bis Ende Mai pflanzt, kann normalerweise zur Hochsommerzeit mit voller Blüte rechnen.
Entscheidend ist, Staunässe konsequent zu vermeiden. Der Boden muss locker und wasserdurchlässig sein und darf nicht dauerhaft feucht bleiben, denn sonst verfaulen die Zwiebeln schnell. Bei Kübelpflanzen sorgt eine Drainageschicht aus Blähton oder Kies für den nötigen Wasserabfluss.
So setzt du Frühlingszwiebeln richtig
Ob Zwiebel, Knolle, Rhizom oder Korm: Das Einpflanzen läuft bei allen sehr ähnlich ab:
- Ein Pflanzloch ausheben, das etwa zwei- bis dreimal so tief wie die Zwiebel hoch ist
- Die Zwiebel mit der Spitze nach oben in das Loch setzen
- Mit feinkrümeliger Erde bedecken und diese leicht festdrücken
- Angießen, damit Zwiebel und Erde guten Kontakt haben
Bei Töpfen kommt zunächst die Drainage in das Gefäß, anschließend folgt eine Schicht hochwertige Blumenerde. Knollen dürfen vergleichsweise dicht stehen, damit Balkonkästen und Kübel später besonders dicht und üppig aussehen.
Die 10 besten Sommerblüher zum Pflanzen bis Ende Mai
Diese zehn ausdauernden Sommerblüher schaffen die Grundlage für einen Sommer, der weit mehr bietet als gewöhnliche Geranienkästen.
1. Amaryllis (Hippeastrum) – exotischer Blickfang für warme Standorte
Die sonst als Zimmerpflanze bekannte Amaryllis eignet sich auch für den Außenbereich. Sie bevorzugt Sonne, Wärme und durchlässige Erde. Mit ihren großen, trichterförmigen Blüten wirkt sie auf der Terrasse oder in einem geschützten Beet besonders edel.
Im Kübel ist die Zwiebel einfacher zu schützen: Im Herbst wird sie trocken ins Haus geholt, kühl und frostfrei gelagert und im Frühjahr erneut nach draußen gestellt.
2. Anemonen – leichte Blütenwolken
Anemonen bilden im Beet oder Kübel einen fast schwebenden Blütenteppich. Ihre zarten, meist ungefüllten Blüten stehen über filigranem Laub und eignen sich hervorragend für den Vordergrund oder zum Schließen von Lücken.
Feuchte die Knöllchen vor dem Pflanzen für einige Stunden in lauwarmem Wasser an, damit sie verlässlicher austreiben. Ein halbschattiger Standort genügt ihnen vollkommen.
3. Knollenbegonien – kräftige Farben für Schattenplätze
Für schattige Bereiche, den Nordbalkon oder Plätze unter Bäumen sind Knollenbegonien kaum zu übertreffen. Sie brauchen nur wenig direkte Sonne und blühen dennoch über viele Monate hinweg.
Setze die Knollen im Frühjahr flach in die Erde, wobei die hohle Seite nach oben zeigen muss. Im Herbst werden sie ausgegraben und trocken gelagert, bevor sie im nächsten Jahr wieder eingesetzt werden.
4. Caladium – Blattschmuck mit Wow-Effekt
Caladien überzeugen vor allem durch ihr Laub und nicht durch ihre Blüten: Die Blätter sind herzförmig, rosa, weiß, grün oder gesprenkelt und wirken häufig wie kunstvoll bemalt. Sie passen ideal auf halbschattige Terrassen und schattige Balkone.
Die Knollen benötigen Wärme. Pflanze sie deshalb erst, wenn die Nächte dauerhaft mild bleiben. Über den Winter lagern sie trocken und frostfrei im Haus.
5. Canna – tropische Wirkung im Beet
Cannas erinnern in ihrer Erscheinung an Bananenstauden: Sie besitzen große, eindrucksvolle Blätter, über denen sich farbige Blütenähren erheben. Sie benötigen einen vollsonnigen Platz, viel Wasser und ausreichend Nährstoffe.
Viele Gartenbesitzer pflanzen die Wurzelstöcke direkt ins Beet. In kalten Regionen empfiehlt es sich, sie im Herbst auszugraben und frostfrei zu überwintern.
6. Crocosmia – leuchtende Akzente in Rot und Orange
Mit ihren schmalen, gebogenen Blütenrispen in Orange oder Rot bringen Crocosmien Dynamik in das Staudenbeet. Besonders gut harmonieren sie mit Gräsern oder vor dunklen Hecken.
In milden Regionen dürfen die Knollen im Boden bleiben. Eine Mulchschicht bewahrt sie dabei vor starkem Frost.
7. Dahlien – bewährte Klassiker für üppige Beete
Für viele Hobbygärtner gehören Dahlien einfach zum Sommergarten. Das Spektrum reicht von einfachen, bienenfreundlichen Sorten bis hin zu riesigen Pomponblüten. Wenn Verblühtes regelmäßig entfernt wird, blühen sie den gesamten Sommer über.
Die Knollen dürfen erst gesetzt werden, sobald keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Im Spätherbst werden sie ausgegraben, trocken gelagert und im folgenden Jahr erneut gepflanzt – das erspart den jährlichen Neukauf.
8. Gladiolen – perfekt als Schnittblumen
Gladiolen bilden hohe, elegante Blütenstände und eignen sich ausgezeichnet für Blumensträuße. Im Beet setzen sie klare, grafisch wirkende Akzente.
Wenn alle zwei Wochen weitere Knollen gesetzt werden, verlängert sich die Blütezeit spürbar: Die Blütenähren öffnen sich dann nacheinander bis weit in den Spätsommer hinein.
9. Lilien (Lilium) – Duft und Eleganz für den Garten
Lilien sind langlebige Gartenpflanzen. Nach dem richtigen Einsetzen können ihre Zwiebeln viele Jahre im Boden bleiben. Zahlreiche Sorten verbreiten einen intensiven Duft und sind daher besonders passend in der Nähe von Terrassen und Sitzplätzen.
Sie bevorzugen sonnige bis halbschattige Plätze, wobei ihre Füße kühl und ihre Köpfe sonnig stehen sollten. Pflanze sie daher gern zwischen niedrige Stauden.
10. Tuberosen – Abendduft auf der Terrasse
Tuberosen sind in Deutschland noch immer echte Geheimtipps. Ihre schlanken Blütenstände wirken zunächst unauffällig, entwickeln am Abend jedoch einen sehr intensiven Duft.
Die Knollen brauchen warme, geschützte Standorte, etwa in Kübeln neben dem Sitzplatz. Im Herbst werden sie wieder ausgegraben und frostfrei aufbewahrt.
Welche Zwiebel eignet sich für welchen Standort?
Mit dem passenden Platz lässt sich aus jeder Pflanze deutlich mehr herausholen. Als grobe Orientierung hilft diese Einteilung:
| Standort | Geeignete Pflanzen | Besonderer Vorteil |
|---|---|---|
| Volle Sonne im Beet | Canna, Dahlien, Crocosmia, Gladiolen, Lilien, Tuberosen | Hohe, farbige Kulisse, gut für Insekten |
| Sonniger Balkon / Terrasse | Dahlien, Gladiolen, Amaryllis, Canna | Üppige Kübel, viele Schnittblumen |
| Halbschatten / Schatten | Knollenbegonien, Caladium, Anemonen | Bringen Licht in dunkle Ecken |
So überwintern deine Sommerzwiebeln sicher
Viele dieser Arten stammen aus wärmeren Gegenden und sind nur eingeschränkt winterhart. Wer die Pflanzen erhalten möchte, sollte im Herbst Schritt für Schritt vorgehen:
- Die oberirdischen Pflanzenteile nach dem ersten Frost zurückschneiden
- Knollen vorsichtig ausgraben und grobe Erdreste abschütteln
- Sie an einem luftigen Ort einige Tage lang trocknen lassen
- In Kisten mit etwas Zeitungspapier oder trockener Erde einlagern
- Dunkel, kühl und frostfrei aufbewahren
Lilien und in manchen Regionen auch Crocosmien können im Boden überwintern, sofern der Standort nicht zu nass ist. Eine schützende Schicht aus Laub oder Rindenkompost bietet zusätzliche Sicherheit.
Praktische Tipps für Gießmuffel und Balkonbesitzer
Wer wenig Zeit zum Gießen hat, sollte große Töpfe verwenden. Je mehr Erdvolumen vorhanden ist, desto seltener muss gegossen werden. Kombinationen verschiedener Zwiebeln in einem Kübel sorgen für unterschiedliche Höhen und aufeinanderfolgende Blütezeiten – beispielsweise Anemonen unten, Dahlien in der Mitte und Gladiolen im Hintergrund.
Flüssigdünger im Gießwasser alle zwei Wochen oder ein Langzeitdünger beim Pflanzen sind in der Regel ausreichend. Fehlen Nährstoffe, entwickeln sich Blüten und Wuchs deutlich schwächer.
Was bei Blumenzwiebeln häufig unterschätzt wird
Sommerzwiebeln gelten oft als „kompliziert“, weil sie im Herbst ausgegraben werden sollen. Tatsächlich lohnt sich dieser überschaubare Aufwand: Viele Knollen werden im Lauf der Jahre größer, können geteilt werden und liefern dadurch beinahe kostenlosen Nachwuchs für neue Pflanzungen.
Mit Kindern kann das gemeinsame Setzen zu einem kleinen Ritual der Saison werden. Die sichtbare Veränderung vom kahlen Beet zur blühenden Pflanzenwand beeindruckt besonders, wenn man selbst Hand angelegt hat – genau darin liegt der besondere Reiz dieser Frühlingsarbeit.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen